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Nationale Minderheiten waren zu den Wahlen des Bundespräsidenten am Sonntag mit dabei

16.02.2017 - Sorbin Ute Henschel wie auch der Nordfriese Lars Harms vertraten die nationalen Minderheiten zur Bundesversammlung

Am Sonntag wurde das höchste Amt in Deutschland neu besetzt. Auch Vertreter der nationalen Minderheiten aus Schleswig-Holstein, Sachsen und Brandenburg waren anwesend.

Neben der sorbischen Bundestagsabgeordneten Maria Michalk und weiteren Mitgliedern der Landesparlamente nahmen die Niedersorbin Ute Henschel wie auch der Vorsitzende des Südschleswigschen Wählerverbandes (SSW) Lars Harms aus Husum teil: “Natürlich bin ich stark durch meine friesische Identität geprägt. Friesisch sprechen und friesisch sein zieht sich somit durch meinen gesamten Alltag. Entsprechend bin ich natürlich in verschiedenen friesischen Vereinen und Vereinigungen Mitglied.”, so stellt sich der Wahlmann des SSW Lars Harms auf der Webseite vor.

Ute Hentschel dagegen wurde von der Brandenburger CDU-Fraktion als Wahlfrau nominiert. Für die Niedersorbin war es eine große Ehre die Sorben vertreten zu dürfen. Nach dem Wochenende in Berlin sagt sie: “Wir hatten ein volles Programm: Am Samstag starteten wir mit der Registrierung in die Bundesversammlung, danach folgten die Sitzung der Brandenburger CDU-Fraktion, eine Sitzung aller Vertreter des Landes Brandenburg, am Sonntag die Messe in der St. Hedwigskathedrale, Registrierung, Sitzung der CDU, danach die Bundesversammlung mit Ansprache des Bundestagspräsidenten Dr. Lammert. Nach dem persönlichen Ausrufen aller Anwesenden durften wie dann endlich wählen. Es folgten Gratulationen und die Ansprache des neugewählten Bundespräsidenten mit anschließendem Empfang im Bundestag. Es war mir eine große Ehre.”

Die Niedersorbin arbeitet mit viel Herzblut für die Minderheit. Sie engagiert sich seit Jahrzehnten für die sorbisch/wendische Sprache. Sie hat sie als Kind gelernt und sogar ihr Abitur in sorbisch abgelegt. Das sorbisch/wendische ist für Ute Henschel keine Dekoration für schöne Bilder. Es ist ein Bekenntnis. Deshalb trug sie auch mit viel Stolz in Berlin die niedersorbische Festtagstracht. "Wie es sich für den Anlass gehört”, sagt sie.  

Dass sie dort dabei sei, verdanke sie auch ihrem Engagement für die Minderheit in Brandenburg. Seit langem ist sie Mitglied der Domowina, des sorbischen Dachverbandes. Seit 2015 ist sie außerdem Mitglied des Rates für Angelegenheiten der Sorben/Wenden im Landtag. In dieser Funktion leistete sie zuletzt Überzeugungsarbeit: Versuchte, Gemeinden für den Beitritt zum sorbischen Siedlungsgebiet zu begeistern. Nicht immer erfolgreich, aber davon lässt sich die engagierte Frau nicht abschrecken.

Das Minderheitensekretariat begrüßt die Teilnahme von Minderheitenvertretern aus Deutschland an der Bundesversammlung. Wenn man sich dazu bekennt, umso schöner. Wollen wir hoffen, dass zur nächsten Bundesversammlung weitere Bundesländer Minderheitenvertreter zur Wahl des Bundespräsidenten nominieren.

Lars Harms (rechts) während der Bundesversammlung

                                    Nationale Minderheiten waren zu den Wahlen des Bundespräsidenten am Sonntag mit dabei
Vertreter der Sorben gemeinsam mit der Bundeskanzlerin
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