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Sprachenfreundliche Kommunen in der Oberlausitz ausgezeichnet

09.02.2018 - Ortsschilder in Deutsch und Sorbisch gehören in den Kreisen Bautzen und Görlitz zum Alltag wie Zweisprachigkeit in Schulen, Kindergärten, Geschäften - oder bei der Plauderei über den Gartenzaun im Städtedreieck Kamenz-Hoyerswerda-Bautzen. Dort begegnen dem aufmerksamen Beobachter zuweilen noch Frauen in den Trachten. „Aber es ist jede Mühe wert, die sorbische Sprache und Kultur zu pflegen und zu erhalten“, sagte Maria Michalk (CDU), Vorsitzende des Rats für sorbische Angelegenheiten in Sachsen bei der Auszeichnungsveranstaltung zum Wettbewerb „Sprachenfreundliche Kommune - Die sorbische Sprache lebt“ am 2. Februar 2018 in Schleife. 

Dieser Wettbewerb ist für Michalk ein Signal für die Analyse und Belebung der Zweisprachigkeit in den Kommunen. Bei seiner dritten Auflage in Sachsen nahmen 14 der 42 Kommunen des zweisprachigen Territoriums teil. Um bei der Preisverleihung innerhalb der kommunalen Familie eine sachlich ausgewogene Vergleichbarkeit zu gewährleisten, wurden drei Kategorien gebildet, und zwar „Stadt“, „Sorbisches Kerngebiet“ und „Zweisprachige Kommune“.

In der Kategorie „Stadt“ holte sich Hoyerswerda den ersten Platz. In der Kategorie „Sorbisches Kerngebiet“ ging der erste Preis nach Crostwitz (Kreis Bautzen), in der Kategorie „Zweisprachige Kommune“ hat sich Lohsa (Kreis Bautzen) gegen die Mitbewerber durchgesetzt. Die Erstplatzierten erhalten eine Prämie von 1000 Euro, die Zweit- und Drittplatzierten jeweils 500 und 250 Euro.
Bewertet werden durch eine Jury die Umsetzung der gesetzlichen Bestimmungen sowie freiwillige Initiativen zum Erhalt der sorbischen Sprache und Kultur in den Kommunen. 

Ein Wermutstropfen bleibt jedoch: „Viele Kommunen haben nicht teilgenommen. Wir wollen nicht müde werden, die schönen Seiten der Zweisprachigkeit herauszuarbeiten und gleichzeitig den Finger in die Wunde legen“, sagte Michalk.

Dabei hätte sich seit der ersten Wettbewerbsrunde 2004/05 vieles in den Kommunen verändert. „Früher haben viele das Sorbische als Pflichtaufgabe wahrgenommen. Inzwischen machen viele mehr als sie müssen. Die Kommunen setzen sich immer mehr mit Zweisprachigkeit auseinander. Das ist der Schatz der Lausitz“, sagte die Ratsvorsitzende.

Auch der Vorsitzende der Domowina – Bund Lausitzer Sorben, David Statnik, schließt sich den Gratulationen an: “Der Wettbewerb ist ein Zeichen einer lebendigen Zweisprachigkeit in unserer Heimat Lausitz. Unsere Kommunen spielen dabei eine zentrale Rolle. Ich gratuliere den Gewinnern wie auch allen Kommunen, die am Wettbewerb teilgenommen haben! Ihr zeigt uns durch eure Teilnahme, dass unsere sorbische Sprache lebt!”

Teilgenommen haben die Kommunen Crostwitz, Elsterheide, Großdubrau, Göda, Hoyerswerda, Kamenz, Königswartha, Lohsa, Puschwitz, Radibor, Ralbitz-Rosenthal, Räckelwitz, Schleife und Wittichenau. Alle erhielten eine Urkunde mit Dank und Anerkennung für die vielfältigen Bemühungen um den Erhalt und die Fortentwicklung der sorbischen Sprache, insbesondere auch für die Präsenz im öffentlichen Leben. Gleichzeitig erhielten sie das Recht, das Logo des Wettbewerbs mit der Aufschrift „Sprachenfreundliche Kommune“ für Präsentations- und Werbezwecke in der Kommune zu verwenden.

Hintergrund:
Der Wettbewerb wurde innerhalb der zweisprachigen Kommunen des sorbischen Siedlungsgebietes im Freistaat Sachsen vom 2. Februar bis zum 31. Dezember 2017 unter Schirmherrschaft des Landtagspräsidenten Dr. Matthias Rößler, durchgeführt.

Den Wettbewerb initiiert der Rat für sorbische Angelegenheiten im Freistaat Sachsen seit dem Jahr 2000. Er wird von der Stiftung für das sorbische Volk sowie vom Dachverband des sorbischen Volkes – Domowina e.V. unterstützt.

Teilnehmen dürfen Städte, Gemeinden und Ortsteile des sorbischen Siedlungsgebietes im Freistaat Sachsen, die im  § 3 des Gesetzes über die Rechte der Sorben ausgewiesen sind. An Hand eines Kriterienkatalogs sollen sich die Akteure vor Ort damit auseinandersetzen, welche gesetzlichen Vorgaben der Zweisprachigkeit umgesetzt sind und gelebt werden, wie das Vereinswesen und gezielte Projekte die Bewahrung und Fortentwicklung der sorbischen Sprache beflügeln und welche neuen Ideen für die Zukunft vorbereitet werden.

Quelle: dpa/Pressemitteilung des Rates für sorbische Angelegenheiten im Freistaat Sachsen

Vertreter der sprachenfreundlichen Kommunen zur Auszeichnungsveranstaltung (Foto: Serbske Nowiny, Constanze Knappe)
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