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Weltpremiere von „Django“ eröffnet Berlinale 2017

15.02.2017 - Mit dem Film „Django“ über ein musikalisches Genie und ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte begannen die Berliner Filmfestspiele.

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma würdigt den Berlinale Eröffnungsfilm:

Mit dem Eröffnungsfilm Django, der einen Ausriß aus dem Leben des legendären Musikers Django Reinhardt zeigt, gibt die Berlinale ein Signal, dass nämlich die Situation von Minderheiten immer auch die Situation einer Gesellschaft beschreibt. Wenn die Nazis den Völkermord an den Sinti und Roma mit ihren rassistischen Werkzeugen vorbereiten, dann ist damit gleichzeitig die Zerstörung Deutschlands und Europas eingeschlossen – dieser Dimension wird der Film Django nicht gerecht, aber vielleicht war das auch nicht der Anspruch des Films. Umso wichtiger, dass im Film dann aber gezeigt wird, wie sich junge Sinti und Manouche der Résistance in Frankreich anschließen, als die Mordpolitik der Nazis offenkundig wurde; eine Tatsache, die in der Geschichte der Résistance allzu oft ausgeblendet wird.

Reda Kateb verkörpert die Rolle von Django Reinhardt kongenial. Er macht in den Musikszenen des Films deutlich, wie stark der Einfluss von Django Reinhardt auf die Entwicklung des Jazz war. Bis heute prägen Sinti diese originäre Form des Jazz in der Tradition von Django Reinhardt.

Für den Zentralrat Deutscher Sinti und Roma dankt Romani Rose dem Festivaldirektor und Intendanten der Internationalen Filmfestspiele Berlin, Dieter Kosslick, für die Aufmerksamkeit, die er in den letzten Jahren dem Thema ‚Sinti/Roma‘ im Programm der Berlinale gegeben hat. Filme wie Aferim, Just the Wind und eine Reihe anderer bemerkenswerter Produktionen sind ein wichtiger Beitrag für die Wahrnehmung und die Selbstwahrnehmung von Sinti und Roma in Deutschland und in Europa. Gerade angesichts der gegenwärtigen Rückkehr von Nationalismus und der (Selbst-)Abgrenzung von Gesellschaften bekommt die Spiegelung eben dieser Gesellschaften in den Filmen über Sinti und Roma eine neue Bedeutung.

Quelle: Pressemitteilung des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma

Zur Berlinale

Foto: Reda Kateb als Gitarrist Django Reinhardt, Quelle: Roger Arpajou (Berlinale)

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