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Zentralrat Deutscher Sinti und Roma unterstreicht den Beitrag von Sinti und Roma zur deutschen und europäischen Kultur

06.04.2018 - Anläßlich des Internationalen Roma Tages am 8. April 2018 begrüßt der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma Romani Rose ausdrücklich die im Koalitionsvertrag enthaltenen kulturpolitischen Kernthemen. Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma fordert daher Politik ebenso wie die kulturpolitischen Institutionen auf, die Beiträge von Sinti und Roma zur deutschen und zur europäischen Kultur weiter und besser zu dokumentieren und zu würdigen.

Sinti und Roma leben seit über 600 Jahren in Deutschland und in den anderen europäischen Ländern, sie sind seit langen Generationen Bürger dieser Staaten. Mit ihren Beiträgen zu Kunst und Kultur in ihren jeweiligen Heimatländern leisteten Sinti und Roma stets einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt. 

Die Musik der Sinti und Roma hat gerade auch im Bereich der klassischen Musik weitreichenden Einfluß genommen; entsprechende Musikstücke sind von Haydn bis Brahms, von Beethoven bis Weber zwar dokumentiert, dieser Einfluß ist jedoch kaum bekannt. Der hohe Stellenwert der Roma-Musik gründet einerseits auf den originären, spezifischen künstlerischen Merkmalen der Roma-Musikstile und andererseits auf der Synthese, die diese Musikstile mit älteren Traditionen der europäischen Kunstmusik bildeten. Seit Jahren arbeitet der Philharmonische Verein der Sinti und Roma an der Aufarbeitung dieses Teils europäischer Musikgeschichte.

In gleicher Weise waren und sind Sinti und Roma in nahezu allen anderen Kunstbereichen aktiv. Das ‚Europäische Roma Institut für Kunst und Kultur‘, das seinen Sitz in Berlin hat, wird auf internationaler Ebene jetzt diese Beiträge von Sinti und Roma durch Ausstellungen und Dokumentationen sichtbar machen und damit dem aktuellen neuen nationalistischen Denken entgegentreten.

„Es ist dieses von Rechtsextremen und ihren politischen Repräsentanten wieder propagierte völkische Denken, das den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft radikal in Frage stellt und die damit Minderheiten gezielt von der gesellschaftlichen Teilhabe ausschließen und aus der Gesellschaft ausgrenzen wollen. Dabei geht es nur vordergründig um die Diffamierung und Stigmatisierung von Minderheiten. Im Kern zielt dieses völkische Denken auf die Zerstörung unserer Demokratie und unseres europäischen Wertesystems“, erklärte Romani Rose.

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma begrüßt besonders, daß die Regierungskoalition jetzt zeitnah eine ‚Unabhängigen Expertenkommission Antiziganismus‘ einberufen wird, wie es ebenfalls im Koalitionsvertrag vereinbart ist. Diese Expertenkommission soll einmal pro Legislaturperiode einen Bericht zum Antiziganismus in Deutschland vorlegen. Anlaß für die Einrichtung der Expertenkommission sind neben den nach wie vor in weiten Teilen der Bevölkerung bestehenden massiven Vorurteile und die gewaltsamen Übergriffe auf Sinti und Roma in Deutschland in den letzten Jahren. „Der Zentralrat begrüßt die Einrichtung der Unabhängige Expertenkommission Antiziganismus, die nach langen Vorbereitungen jetzt berufen werden soll. Die Kommission wird über Deutschland hinaus ein Signal geben, daß Minderheiten fester Bestandteil der Bevölkerung in ihren jeweiligen Heimatstaaten sind, und ebenso, daß Minderheitenrechte unabdingbarer Bestandteil einer demokratischen Rechtsordnung sind“, so Rose.

In diesem Sinne sind die Staatsverträge, die die jeweiligen Landesverbände der Sinti und Roma in mehreren Ländern abgeschlossen haben, wegweisend für eine vernünftige Minderheitenpolitik. Zuletzt hat im Februar 2018 die Bayerische Landesregierung mit Ministerpräsident Horst Seehofer einen entsprechenden Staatsvertrag mit dem Vorsitzenden des Verbands Deutscher Sinti und Roma in Bayern, Erich Schneeberger, unterzeichnet. Ähnliche Verträge bereiten die Länder Rheinland-Pfalz und Berlin gegenwärtig vor.

Quelle: Herbert Heuß, Zentralrat Deutscher Sinti und Roma

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