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Die nationalen Minderheiten spielen eine wichtige Rolle für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland

22.11.2018 - Am Mittwoch, den 21.11.2018, traf sich der Minderheitenrat der vier autochthonen nationalen Minderheiten und Volksgruppen Deutschlands zum letzten Mal in diesem Jahr zu seiner regulären Sitzung unter Leitung des Vorsitzenden Karl-Peter Schramm in Berlin.

Am Mittwochnachmittag fand zunächst das jährliche Gesprächskreistreffen der autochthonen nationalen Minderheiten im Deutschen Bundestag statt. 15 anwesende Abgeordnete der Fraktionen CDU/CSU, SPD, FDP, Die Linke sowie Bündnis 90/Die Grünen diskutierten unter Leitung der Vorsitzenden des Innenausschusses Andrea Lindholz - hauptsächlich fraktionsübergreifend – über die Themen der Friesen, Sorben, deutschen Sinti und Roma sowie der Dänen.
Schon zu Beginn der Sitzung begrüßte Andrea Lindholz die Tatsache, dass sich die Abgeordneten – im Gegensatz zum normalen Ablauf im Bundestag – untereinander gemischt hatten.
Dies zeigte sich auch im Verlauf der Themen.
Der Forderung des Minderheitenrates nach Ansprechpersonen pro Fraktion wurde schnell konkret mit der Benennung dieser entsprochen.
Die zweite Forderung nach Bundestagsdebatten, die über die sechs Sprachen der Minderheiten hinausgehen, und spezifische Themenfelder der Minderheiten in den Mittelpunkt stellen, wurde ebenfalls begrüßt. Dabei soll ein Bericht zur Lage der vier nationalen Minderheiten seitens der Bundesregierung als Ausgangspunkt dienen.
Eine konkrete erste Debatte soll alsbald zum Thema Antiziganismus mit einem fraktionsübergreifenden Entschließungsantrag im Bundestag umgesetzt werden. Hierzu wurde auch die Konstituierung des neuen Expertenausschusses Antiziganismus zu Beginn des Jahres 2019 positiv erwähnt.   

Da die Sitzung im engen zeitlichen Zusammenhang mit den Haushaltsberatungen 2019 stattfand, konnten auch positive Signale für das Folgejahr verkündet werden. Denn ein langjähriges gemeinsames Vorhaben wird nun Realität. Die Wanderausstellung der vier nationalen Minderheiten wird mit 125.000 € gefördert. Es soll eine Ausstellung entstehen mit der Absicht, die in Deutschland anerkannten nationalen Minderheiten in Bezug auf ihre Geschichte, Kultur, Identitäten und Sprachen unter Hinzunahme der Vertreter der niederdeutschen Sprachgruppe vorzustellen (weitere Informationen zur Wanderausstellung).

Ganz im Gegensatz zum formellen Gesprächskreistreffen lud der Minderheitenrat schließlich am Donnerstag in den frühen Morgenstunden die Abgeordneten zu einem informellen parlamentarischen Frühstück ins Dachgarten-Restaurant im Deutschen Bundestag ein.

In den Mittelpunkt wurde auf Wunsch der vier Minderheiten das Thema Heimat gestellt, der zurzeit in seiner ganzen Bedeutungsvielfalt gesellschaftlich diskutiert wird. Dies geht auch einher mit der Erweiterung des Bundesministeriums des Innern um die Themenfelder Bau und Heimat. Die Umstrukturierung im Ministerium hatte auch Auswirkungen auf die nationalen Minderheiten. Die Zuständigkeit für diese liegt nun in der Abteilung Heimat. Auf die Frage, weshalb dies so sei, antwortete der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Prof. Dr. Fabritius, kurz und richtig: “Weil unsere nationalen Minderheiten Teil unserer Heimat sind.”

Dies bezieht sich seiner Meinung nach nicht nur auf die Siedlungsgebiete, sondern auch auf einen Ort des Zusammenhalts und ein Gefühl, das man im Herzen trägt.

Auch die Vertreter der nationalen Minderheiten trugen zur Diskussion aus ihrer Perspektive bei. Zusammenfassend lässt sich aus der Diskussion sagen: Nationale Minderheiten sind nicht nur eine Bereicherung der kulturellen Vielfalt in Deutschland, sie spielen eine wichtige Rolle für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und wollen und sollen gleichberechtigt teilhaben.

“Die gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe der nationalen Minderheiten sehe ich als ein zentrales Anliegen aller nationalen Minderheiten und somit als eine meiner wichtigsten Aufgaben. Umso wichtiger war mir, dafür Sorge zu tragen, dass die nationalen Minderheiten im zuständigen Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat ein eigenes Referat erhalten.”, sagte Bernd Fabritius in seinem Grußwort zum Frühstück.   

Dies untermauerte auch der Vorsitzende des Minderheitenrates Karl-Peter Schramm in seinen Worten: „Wir wollen in Zukunft kein wohlgehütetes Geheimnis sein, sondern ein selbstverständlicher Teil Deutschlands. Wir nationalen Minderheiten haben seit Jahrhunderten unsere Heimat hier - sie sollte in gemeinsamer Arbeit mit allen so gestaltet werden, dass wir auch sichtbar sind. Wir gehören zu Deutschland!“

Fotos: Minderheitensekretariat

Bildbeschreibung im Kopfbereich: Das Gesprächskreistreffen im Bundestag mit den nationalen Minderheiten

Namensschilder der TeilnehmerInnen zum Gesprächskreistreffen des Bundestages mit den nationalen Minderheiten
Mitglieder des Minderheitenrates diskutieren mit Abgeordneten des Bundestages zum Gesprächskreistreffen 2018
Mitglieder des Deutschen Bundestages diskutieren zum Gesprächskreistreffen mit den Minderheiten
Parlamentarisches Frühstück des Minderheitenrates im Dachgarten-Restaurant des Deutschen Bundestages
Minderheitenbeauftragter Prof. Dr. Bernd Fabritius spricht zum parlamentarischen Frühstück des Minderheitenrates
Der Minderheitenrat 2018 im Deutschen Bundestag
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