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Erste Minderheitenratssitzung in Berlin stattgefunden: Ein spannendes Jahr wartet auf den Minderheitenrat

14.02.2019 - Am 13. und 14. Februar tagte der Minderheitenrat zum ersten Mal im Jahr 2019 in Berlin. In der Berliner Repräsentanz des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma standen die Schwerpunkte des Minderheitenrates im laufenden Jahr im Mittelpunkt.

“Wir haben uns heute bei dem Minderheitensekretariat für die stetige und kontinuierliche Arbeit in Berlin bedankt. Dessen Unterstützung ermöglicht es dem Minderheitenrat in diesem Umfang tätig zu sein. Die Signale auf Bundesebene, im Bundestag sowie in der Bundesregierung zeigen, dass wir als Vertreter aller vier nationalen Minderheiten in Deutschland gut daran tun, an dieser Kooperation festzuhalten. Die Formulierung gemeinsamer Interessen und die gegenseitige Unterstützung von Forderungen der jeweiligen Minderheit machen uns gemeinsam stark!”, sagt der aktuelle Vorsitzende des Minderheitenrates Jon Hardon Hansen.

Eines der Schwerpunkte ist die Arbeit mit Jugendlichen. Der Minderheitenrat möchte Jugendliche der nationalen Minderheiten auf Bundesebene stärker einbinden. Dafür sollen im Verlauf des nächsten Jahres verschiedene Formate einer übergreifenden Jugendarbeit, gemeinsam mit jungen Vertretern der Minderheiten, entwickelt werden.

Ein weiterer Schwerpunkt der Sitzung waren die im Mai stattfindenden Wahlen zum Europäischen Parlament. In Zusammenarbeit mit der europäischen Dachorganisation Föderalistische Union Europäische Nationalitäten (FUEN) sollen Wahlprüfsteine an die KandidatInnen zum Europäischen Parlament formuliert werden. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen zur Verstärkung einer nachhaltigen Förderung der Minderheitenrechte im Rahmen der EU, insbesondere zur Umsetzung der Europäischen Bürgerinitiative Minority Safepack MSPI, die über eine Million Unterschriften in ganz Europa gesammelt hatte. Die Versendung der Wahlprüfsteine in Deutschland soll dabei durch das Minderheitensekretariat erfolgen.

Ein weiteres spezielles Anliegen der nationalen Minderheiten ist der Ausbau und die Verbesserung der Zusammenarbeit mit dem Bundesrat. Der Vorsitz des Bundesrates obliegt zurzeit dem Schleswig-Holsteiner Daniel Günther. Der Vorsitzende des Minderheitenrates Jon Hardon Hansen sagt über dieses Anliegen: “Im Minderheitenrat haben wir heute unterstrichen, dass wir 2019 die Zusammenarbeit mit dem Bundesrat – und somit den Bundesländern – in den Fokus setzen wollen. Daniel Günther hat mir vor kurzem in einem persönlichen Gespräch signalisiert, dass er dies begrüßt. Ein erstes Gespräch des Minderheitenrates mit ihm soll deshalb bald stattfinden.”

Abschließend wurde im Aufbauhaus die geplante Wanderausstellung über die nationalen Minderheiten und die Regionalsprache Niederdeutsch besprochen. Der Minderheitenrat zeigte sich dankbar und erfreut über die Bereitschaft der angefragten Experten aus dem Museumsbereich, sich aktiv für die Entwicklung der Ausstellung einzusetzen. Die Entwicklung der inhaltlichen Konzeption der Ausstellung obliegt somit dem neuentstandenden Expertengremium. Das nächste Treffen zur Wanderausstellung soll im März stattfinden.

Hierzu fand im Rahmen der Minderheitenratssitzung ein Gespräch mit der Sprecherin des Bundesraates för Nedderdüütsch, Saskia Luther, und Christiane Ehlers vom Niederdeutschsekretariat statt.
“Ich freue mich, dass ich heute als Sprecherin des Bundesraates för Nedderdüütsch mit dem Minderheitenrat ins Gespräch kam und wir die gemeinsamen Zielsetzungen im Bereich der Sprachförderung der Regional- und Minderheitensprachen auf Bundesebene für die Zukunft bekräftigt haben. In diesem Jahr haben wir mehrere konkrete Anhaltspunkte, in denen wir dies beweisen können. Dazu zählt die Entwicklung einer gemeinsamen Wanderausstellung, Kooperationen im Bereich der Jugendarbeit sowie der Gesprächskreis der nationalen Minderheiten beim Deutschen Bundestag, in dem wir als Vertreter der niederdeutschen Sprache in Zukunft teilnehmen werden.”, so Saskia Luther nach dem Treffen und dankte dem Minderheitenrat für das konstruktive Gespräch.

Das nächste Treffen des Minderheitenrates wird Anfang Juni in Berlin stattfinden. In diesem Zuge wird zudem eine parlamentarische Veranstaltung durchgeführt.

Titelbild: Der Minderheitenrat gemeinsam mit den Vertreterinnen der niederdeutschen Sprachgruppe, im Hintergrund die Ausstellung Hinter.Fragen.Sinti und Roma - eine Minderheit zwischen Verfolgung und Selbstbestimmung; Foto: Minderheitensekretariat

Minderheitenratssitzung im AufbauHaus in Berlin, Vorstellung des Plakats "Vielfalt in Deutschland" mit über 145 zweisprachigen Gemeindenamen in Friesisch, Dänisch und Sorbisch; Foto: Minderheitensekretariat
Die Köpfe rauchen... wenn der Minderheitenrat tagt; Foto: Minderheitensekretariat
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