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FUEN Kongress in Bratislava/Slowakei: Ein Einblick in 70 Jahre FUEN, die erste FUEN-Preisverleihung, die Delegiertenversammlung mit den Wahlen zum neuen FUEN-Präsidium sowie das neue Projekt Minority Monitor

17.06.2019 - Vom 12. bis 16. Juni fand der Kongress der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten (FUEN) in Bratislava-Pressburg-Pozsony, Slowakei statt, wo die größte Dachorganisation der autochthonen nationalen Minderheiten mit 103 Mitgliedsorganisationen aus 35 Ländern Europas ihr 70-jähriges Bestehen feierte.

Der Kongress gab Gelegenheit, sich mit der Situation von zwei Minderheiten in der Slowakei, dem Gastland, und auch mit der Minderheitenlage in der Ukraine zu befassen. Gastgeber des Kongresses waren die Partei der Ungarischen Gemeinschaft in der Slowakei (MKP) und der Karpatendeutsche Verein in der Slowakei.

Eröffnung am Mittwoch in Bratislava
Mit der Eröffnung des traditionellen Minderheitenmarktes durch den FUEN-Vizepräsidenten Bernard Ziesch ist der FUEN Kongress am 12. Juni 2019 informell eröffnet worden. Am Mittwochabend präsentierten Minderheiten aus ganz Europa ihre kulinarischen Traditionen. Dies war auch eine gute Gelegenheit für freundschaftliche Gespräche, Begegnungen mit neuen Menschen und bekannten Gesichtern.
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70 Jahre FUEN
Zur offiziellen Eröffnung am Donnerstag, 13. Juni 2019, nannte der Präsident der FUEN, Loránt Vincze, zwei Gründe für die Langlebigkeit von FUEN. Der eine ist die Erfahrung der Zusammengehörigkeit: "Wir sind sehr vielfältig in Bezug auf Kultur, Sprache, vielleicht Ideologie, aber wir alle sind durch den Willen zum Überleben, unsere Generationen - mit dem Anspruch, unsere Identität als stolze Gemeinschaften in unseren Mehrheitsgesellschaften zu bewahren - miteinander verbunden. Die FUEN ist so stark wie ihre Mitgliedsorganisationen". Der zweite Grund sind die Menschen, die dieser Organisation Leben einhauchen, die sie mit Seele erfüllen. "Die FUEN hat Glück: Sie wurde von Menschen geführt, die ihre Arbeit selbstlos und ohne finanzielle Belohnung verrichtet haben", sagte Herr Vincze und begrüßte die vier ehemaligen Präsidenten der Organisation (Dr. Reginald Vospernik, Dr. Christoph Pan, Romedi Arquint und Prof. Hans Heinrich Hansen), die auf dem Kongress anwesend waren.

Lorant Vincze auf dem Kongress zum 70. Jubiläum der FUEN: Begrüßungsrede
Der FUEN-Kongress zum 70. Jubiläum in der Slowakei hat begonnen
Fünf Präsidenten, ein Ziel: ehemalige und der amtierende Präsident der FUEN diskutieren die Geschichte der Organisation

Hartmut Koschyk erhält ersten FUEN-Preis
Zum 70. Jubiläum wurde zum ersten Mal ein FUEN-Preis verliehen. Mit diesem Preis möchte die FUEN Personen auszeichnen, die einen besonderen Beitrag zum Dialog, dem Schutz nationaler Minderheiten und dem Zusammenleben von Minderheiten, Sprachgemeinschaften und der Mehrheitsgesellschaft in Europa geleistet haben.

Der ehemalige Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk, ist der erste, dem der FUEN-Preis verliehen wurde. Die einstimmige Entscheidung des FUEN Präsidiums basierte auf der Hingabe, dem Engagement und den Leistungen die Herr Koschyk während den vielen Jahren, in denen er für den Minderheitenschutz gearbeitet hat, zeigte. FUEN-Vizepräsidentin Olga Martens fügte in ihrer Laudatio dem hinzu, dass Koschyks Beispiel für alle Minderheiten in Europa inspirierend sein sollte.
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Parlamentarischer Staatssekretär des BMI, Stephan Mayer, spricht sich für die MSPI aus
In seiner Grundsatzrede auf dem FUEN Kongress 2019 gratulierte der deutsche Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, Stephan Mayer, der FUEN zu ihrem 70-jährigen Bestehen. In einer Zeit, in der Nationalismus und Populismus wieder zunehme, bestehe ein großer Bedarf an Organisationen wie die FUEN. Dabei lobte er die Arbeit der AGDM, die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten innerhalb der FUEN, und die Rolle der vier nationalen Minderheiten in Deutschland bei der Stärkung der gesamten deutschen Gesellschaft.

Der Staatssekretär bekräftigte seine Unterstützung für die Minority SafePack Initiative. Er fügte hinzu, dass die FUEN ebenso wie die Initiative stets die Unterstützung Deutschlands und der deutschen Bundesregierung hinter sich hatte. Mayer sagte weiter, dass er entgegen einiger politischer Meinungen nicht der Ansicht sei, dass die Umsetzung eines Rechtsrahmens für den Schutz von Minderheiten auf EU-Ebene die Bedeutung der Instrumente des Europarats verringern würde. Vielmehr ist er der Ansicht, dass die MSPI eine Ergänzung für das Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten und der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen sein würde. 
Die Sammlung von mehr als einer Million Unterschriften sei eine große Leistung, und die MSPI müsse in der Europäischen Union umgesetzt werden, erklärte Mayer.
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Minority Monitor, ein neues Online-Tool der FUEN zur Dokumentation von Verletzungen von Minderheitenrechten wird vorgestellt
Zum FUEN Kongresses wurde ein neues Online-Tool präsentiert, das von den Minderheiten genutzt werden kann, wenn sie auf eine Verletzung ihrer Minderheitenrechte stoßen, Diskriminierung ausgesetzt sind oder wenn sie einen Fall von bewährten Praktiken miteinander teilen wollen. Der Minority Monitor soll dabei nicht nur bewährte Praktiken vorstellen, sondern auch Lösungen, die andere Gemeinschaften und Staaten für ähnliche Probleme gefunden haben, stellte Roman Roblek, Projektmanager der FUEN, das Projekt vor.

Die Website enthält bereits einige Beispiele von Fällen - darunter Diskriminierung, Verstöße gegen das Minderheitenrecht, aber auch bewährte Praktiken. Melek Kırmacı Arık stellte einen Fall von Diskriminierung gegen die türkische Minderheit in Griechenland vor, der das Recht der türkischen Kinder auf Bildung in ihrer Muttersprache betrifft. Ein weiterer Fall wurde von Judith Šołćina/Scholze über die Forderung nach zweisprachiger Beschilderung auf deutschen Autobahnen vorgestellt. Jan Diedrichsen präsentierte einen Bericht über die Sámi, die in den nördlichen Teilen Norwegens leben und unter Ökostromprojekten leiden, die ihre Rentierhaltung gefährden und ihre Landrechte missachten.

Das neue Tool soll ein lebendiges Instrument werden, das nicht eine Problemdatenbank, sondern eine Datenbank voller Lösungen erstellt.
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Zur Hauptversammlung neues Präsidium gewählt und acht Resolutionen verabschiedet
Zur Delegiertenversammlung der FUEN, am 15. Juni 2019, wurde Loránt Vincze für eine weitere Amtszeit als Präsident der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten bestätigt.

Auch das neue Präsidium der Organisation wurde gewählt. Daniel Alfreider (Ladiner aus Südtirol), Gösta Toft (deutscher Nordschleswiger) und Halit Habip Oğlu (Westthrakientürke) wurden als Vizepräsidenten wiedergewählt, während Bahne Bahnsen (Nordfriese), Vladimir Ham (Deutscher aus Kroatien) und Angelika Mlinar (Kärntner Slowenin) für das Amt neu gewählt wurden.
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Die Delegierten der Mitgliedsorganisationen der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten (FUEN) haben in Bratislava/Pozsony/Pressburg, Slowakei acht Resolutionen angenommen.
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Weitere Informationen, einschließlich des detaillierten Programms des Kongresses:
https://congress2019.fuen.org/#welcome

https://www.fuen.org/news/news-archive

Mit dem traditionellen Minderheitenmarkt wurde der Kongress zum 70. Jubiläum der FUEN in der Slowakei inoffiziell eröffnet. (Foto: FUEN)
Offizielle Eröffnung des Kongresses. (Foto: FUEN)
Die ehemaligen FUEN-Präsidenten Dr. Reginald Vospernik, Dr. Christoph Pan, Romedi Arquint, Prof. Hans Heinrich Hansen und der aktuelle Präsident Vincze Loránt (v.l.) (Foto: FUEN)
Der ehemalige Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk erhielt den FUEN-Preis. (Foto: FUEN)
Der Parlamentarische Staatssekretär des BMI, Stephan Mayer mit den MinderheitenvertreterInnen aus Deutschland und dem FUEN Präsidenten. (Foto: FUEN)
Loránt Vincze wurde als Präsident der FUEN bestätigt. Daniel Alfreider (Ladiner aus Südtirol), Gösta Toft (deutscher Nordschleswiger) und Halit Habip Oğlu (Westthrakientürke) wurden als Vizepräsidenten wiedergewählt, während Bahne Bahnsen (Nordfriese), Vladimir Ham (Deutscher aus Kroatien) und Angelika Mlinar (Kärntner Slowenin) für das Amt neu gewählt wurden. Weiteres Präsidiumsmitglied ist Giuanna Beeli, JEV-Präsidentin und Rätoromanin aus der Schweiz. (Foto: FUEN)
Die Delegiertenversammlung der FUEN. (Foto: FUEN)
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