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Fünfter Bericht der Sächsischen Staatsregierung zur Lage des sorbischen Volkes behandelt

02.07.2018 - Am 27. Juni 2018 wurde der Bericht der Sächsischen Staatsregierung zur Lage des sorbischen Volkes sowie der Tätigkeitsbericht des Rates für sorbische Angelegenheiten im Freistaat Sachsen für die Jahre 2016 und 2017 behandelt.

Dazu sagt der Vorsitzende der Domowina – Bund Lausitzer Sorben, David Statnik: „Wir begrüßen die Diskussion und Annahme beider Berichte sowohl in den Ausschüssen als auch im Plenum. Erstmals war es allen Interessenten möglich, an der öffentlichen Behandlung im Ausschuss für Wissenschaft und Hochschule, Kultur und Medien teilzunehmen. Das zeigt uns, dass die Belange des sorbischen Volkes auch in Dresden ein wichtiges Thema sind. Wir danken dem Sächsischen Landtag und der Sächsischen Staatsregierung für ihr Engagement für den Schutz und die Pflege unserer Sprache, Kultur und Identität.“

„Die Angehörigen des sorbischen Volkes brauchen für den Fortbestand ihrer Identität im Alltag Verständnis und Hilfe von der sie umgebenden Mehrheitsbevölkerung. Die staatlichen Rahmenbedingungen sollen dafür sorgen, sich frei als Sorbe bekennen zu können, die sorbische Sprache, die Kultur und Traditionen im Alltag zu leben und zu pflegen und der heranwachsenden Generation weiterzuvermitteln“, unterstrich die Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange im Sächsischen Landtag. „Die Sorben bereichern das gesellschaftliche Leben im Freistaat und stehen für die Vielfalt unterschiedlicher Kulturen. Wir wollen, dass sie die gleichen Möglichkeiten haben wie allen anderen Sachsen. Es gilt aber auch, Ungleiches ungleich zu behandeln, damit gleiche Chancen bestehen. Die Sorben siedeln seit mehr als tausend Jahren im heutigen Gebiet der Lausitz. Deshalb ist es für mich eine Verpflichtung, diese nationale Minderheit zu unterstützen“, so die Ministerin.

Derzeit gibt es besonderen Handlungsbedarf bei den Themen Entwicklung der sorbischen Sprache insbesondere unter dem Aspekt der zunehmenden Digitalisierung, Gewinnung sorbischsprachiger Lehrkräfte sowie Beeinträchtigung des sorbischen Siedlungsgebietes durch Tagebaue und die Entwicklung tragfähiger Perspektiven für die Lausitz angesichts der Neuausrichtung der Kohlepolitik. Verschiedene Maßnahmen wie die Förderung des Projektes „Sorbische Sprache in den neuen elektronischen Medien” mit 250.000 Euro oder die Umsetzung des Programmes zur Gewinnung von Lehrkräften u.a. mit dem neu im Sächsischen Hochschulzulassungsgesetz eingeführten Bonus für Sorbisch sprechende Lehramtsbewerber seien angelaufen.

Zur Stärkung des Prestiges der sorbischen Sprache sowie der Ermutigung zum Gebrauch der sorbischen Sprache kündigte die Ministerin Dr. Eva-Maria Stange eine „Imagekampagne Sorbisch“ an. Die Mittel dafür wurden in den Regierungsentwurf zum Haushalt 2019/2020 aufgenommen.

Im Rahmen der Plenardebatte wurde von einzelnen Abgeordneten vorgeschlagen, das sorbische Volk auf „Freiwilligkeitsbasis“ zu zählen. Mehr dazu lesen Sie hier >

Das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst hat den Fünften Bericht der Staatsregierung zur Lage des sorbischen Volkes als zweisprachige (deutsch/sorbisch) Broschüre veröffentlicht: https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/30755 (mit Bestellfunktion).

Zur Wiedergabe der 74. Sitzung des Sächsischen Landtages (Videoarchiv) vom 27.06.2018 (TOP 2)

„Bericht der Sächsischen Staatsregierung zur Lage des sorbischen Volkes“ mit den Antworten der Sächsischen Landesregierung auf die Fragen der Fraktionen zum Bericht (Drucksache 6/13719)

Tätigkeitsbericht des Rates für sorbische Angelegenheiten im Freistaat Sachsen für die Jahre 2016 und 2017 (Drucksache 6/12860)

Hintergrund:
Nach dem Sächsischen Sorbengesetz erstattet die Staatsregierung dem Sächsischen Landtag einmal in jeder Legislaturperiode einen Bericht zur Lage des sorbischen Volkes im Freistaat Sachsen. Dieser ist ein wichtiges Spiegelbild der Wirksamkeit der politischen Rahmenbedingungen. Der Fünfte Bericht der Staatsregierung zur Lage des sorbischen Volkes konstatiert, dass die nationale Minderheit der Sorben in Sachsen entsprechend dem verfassungsmäßigen Auftrag an die Staatsregierung gefördert und den aktuellen Erfordernissen entsprechend unterstützt wird.


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