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Gedenkstunde zum 82. Jahrestag der Verschleppung der Berliner Sinti und Roma in das NS-Zwangslager Marzahn

11.06.2018 - Am Sonntag, 10. Juni 2018, lud die Vorsitzende des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg Petra Rosenberg anlässlich des 82. Jahrestages der Verschleppung der Berliner Sinti und Roma in das NS-Zwangslager Marzahn zu einer Gedenkstunde am ehemaligen Platz des Zwangslagers am Otto-Rosenberg-Platz in Berlin ein.

Neben Überlebenden und Nachfahren der Sinti und Roma, die 1936 ins Zwangslager verschleppt wurden, nahmen viele Vertreter der Politik und Gesellschaft aus Berlin und Brandenburg teil. Dazu zählten der Vizepräsident des Brandenburger Landtags Dieter Dombrowski, die Bezirksbürgermeisterin von Marzahn-Hellersdorf Dagmar Pohle, die Vorsitzende des Ökumenischen Forums Berlin-Marzahn e.V. Petra Jachalski, der Gedenkstättenbeauftragter des Zentralrats der Juden in Deutschland, der die Gedenkrede hielt, sowie Mitglieder des Senats, des Bundestages und des Brandenburger Landtages. Auch das Minderheitensekretariat war mit dabei.  

Bevor am Gedenkstein Kränze und Blumen niedergelegt wurden, stellten die SPREEAGENTEN auf eindrucksvolle Art Zitate aus der Inszenierung “Rastplatz Marzahn” - eine auf Zeitzeugenerinnerungen basierende performative Rekonstruktion des Zwanslagers Marzahn – dar.

Musikalisch wurde die Gedenkstunde durch Martin Weiss (Geige) und Janko Lauenberger (Gitarre) umrahmt. 

Hintergrundinformation:
Auf dem Gelände am heutigen Otto-Rosenberg-Platz in Berlin-Marzahn befand sich zwischen 1936 und 1945 ein nationalsozialistisches Zwangslager für Sinti und Roma. Der historische Ort, an dem bis 1947 noch einzelne Familien untergebracht waren, geriet mehr und mehr in Vergessenheit.

Erst im September 1986 wurde auf Initiative des evangelischen Pfarrers Bruno Schottstädt und des Schriftstellers Reimar Gilsenbach auf dem benachbarten Parkfriedhof ein Gedenkstein des Künstlers Jürgen Raue errichtet. 1990 kam auf Veranlassung von Otto Rosenberg, Vorsitzender der Cinti-Union (heute: Landesverband Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg e.V.), eine weiße Marmorplatte hinzu. Eine Bronzetafel von Götz Dorl mit weiteren Informationen zum NS-Zwangslager vervollständigte 1991 das Gedenkensemble in seiner heutigen Gestalt.

Seit 1990 laden der Landesverband Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg e.V. und das Ökumenische Forum Berlin-Marzahn e.V. jedes Jahr im Juni zu einer Gedenkveranstaltung an die Opfer des Lagers Marzahn ein.

2007 wurden ein Platz und eine Straße auf dem Gelände des früheren NS-Zwangslagers nach Otto Rosenberg benannt. Platz und Straße befinden sich in unmittelbarer Nähe zum S-Bahnhof Raoul-Wallenberg-Straße, nördlich des Parkfriedhofs Marzahn.

Am Otto-Rosenberg-Platz entstand 2011 auf Initiative des Landesverbandes und mit Unterstützung des Regierenden Bürgermeisters und des Bezirks Marzahn-Hellersdorf der Ort der Erinnerung und Information. Zehn Ausstellungstafeln informieren über die Geschichte des Lagers und erinnern an das Schicksal der dort internierten Menschen. Im Zentrum der Ausstellung stehen die Biografien der Opfer.

Inszenierung "Rastplatz Marzahn" - Spreeagenten zur Gedenkfeier am Otto-Rosenberg-Platz
Kranzniederlegung am Gedenkstein für Sinti und Roma auf dem Parkfriedhof Marzahn
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