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Landtag von Schleswig-Holstein bringt Friesenstiftung auf den Weg

26.09.2019 - Kiel. Nach langem Vorlauf brachte Schleswig-Holsteins Landtag die Bildung einer Stiftung für die friesische Volksgruppe auf den Weg. Dazu lag ein Gesetzentwurf der Landesregierung vor, den das Parlament am Mittwoch, 25.9.2019, in Erster Lesung beriet. Regierung und friesische Volksgruppe sind sich darin einig, die Förderstruktur neu zu ordnen und hierzu eine Stiftung einzurichten, heißt es zur Begründung.

Die Gründung der Stiftung gilt als Bekenntnis des Landes zum langfristigen Schutz und zur Sicherung der friesischen Volksgruppe. Ihr Zweck soll es sein, Kunst und Kultur ebenso zu fördern wie die friesische Sprache, Volksbildung und Forschung, die Heimatpflege und das traditionelle Brauchtum. Die ersten Schritte zur Errichtung einer Friesenstiftung gehen auf das Jahr 1995 zurück. Damals wurden umgerechnet eine halbe Million Euro in die Kulturstiftung des Landes mit der Maßgabe gegeben, das Geld später einer noch zu gründenden Friesenstiftung zur Verfügung zu stellen. Vorbild ist die im Zuge der deutschen Einheit gegründete Stiftung für das sorbische Volk.

"Das Land bekennt sich damit klar zur Volksgruppe der Friesen und zu ihrem langfristigen Schutz", sagte Ministerpräsident Daniel Günther im Landtag. Die Stiftung diene künftig dazu, friesische Kunst und Kultur, Sprache und traditionelles Brauchtum oder die Forschung zu fördern. In Schleswig-Holstein herrsche ein breiter Konsens darüber, „dass die Minderheiten zu diesem Land gehören und wir die sprachliche und kulturelle Vielfalt weiter stärken wollen“, betonte der Regierungschef.

"Die Minderheiten und ihre Sprachen haben einen festen Platz im Land. Dänisch, Friesisch, Romanes und Niederdeutsch sind Teil der Identität Schleswig-Holsteins", sagte Günther. Dies zeige auch der neue 195 Seiten starke Bericht zur Umsetzung der Europäischen Sprachencharta, den die Landesregierung vorgelegt habe. Dieser dokumentiere die deutlichen Fortschritte für Rechte und Schutz der Minderheitensprachen sowie der Regionalsprache Niederdeutsch in Schleswig-Holstein. Günther bedankte sich in seiner Rede ausdrücklich beim Minderheitenbeauftragten des Landes Johannes Callsen, der diese Arbeit intensiv begleite.

Rund 50.000 Friesen leben im Norden von Schleswig-Holstein: an der Westküste, auf den nordfriesischen Inseln und auf Helgoland. Als eine von vier anerkannten nationalen Minderheiten in Deutschland pflegen die Friesen nicht nur ihre eigene Sprache und Kultur, sondern besitzen auch eine eigene Flagge. Der Schutz und die Förderung von Minderheiten aber auch Volksgruppen ist im echten Norden seit 1990 in der Landesverfassung verankert. Mit der Gründung einer Stiftung für die Friesen will die Landesregierung diese Minderheit noch stärker unterstützen.

Seit 2014 werden für die Friesenstiftung jedes Jahr fast 300 000 Euro aus der Lotteriezweckabgabe beiseitegelegt. 2016 konkretisierten sich die Bemühungen um eine Stiftung. Eine Zusammenarbeit mit Niedersachsen zur Gründung einer Stiftung für alle Friesen in Deutschland wurde 2017 geprüft - ohne Erfolg. Sitz der Stiftung soll Kiel werden.

Ein 30 Jahre alter Wunsch der Friesen werde Realität, sagte SSW-Fraktionschef Lars Harms. Nachdem auf SSW-Initiative seit 2014 jährlich 280 000 Euro aus Lottogeldern zurückgelegt wurden, könne nun die Arbeit der Minderheit auf feste Grundlagen gestellt werden. So werde sie weiter professionalisiert. "Ein kleiner Schritt für das Land, aber ein großer Sprung für die Friesen."

Quelle: dpa/Landesregierung von Schleswig-Holstein

Zu den Drucksachen des Landtages:
Drucksache 19/1682: Gesetzentwurf über die Errichtung der Friesenstiftung
Drucksache 19/1683: Bericht der Landesregierung: Umsetzung der Europäischen Charta der Regional-oder Minderheitensprachen in Schleswig-Holstein –Sprachenchartabericht 2019

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