Pressemitteilung

Nordfriesisches Sommer-Institut 2017 eingeläutet: Wie Luthers Lehre nach Nordfriesland kam; Am 12. Juli folgt der nächste Vortrag: „Von und zu Reventlow - Ein Adelsgeschlecht und seine Verbindungen mit Nordfriesland“

04.07.2017 - Einen bunten Strauß von sechs friesischen Themen – erklärt von Fachleuten – präsentiert das Nordfriisk Instituut in Bredstedt im Nordfriesischen Sommer-Institut 2017 an Einheimische und Feriengäste gleichermaßen (weitere Informationen hier).

Der Startschuss erfolgte am 28. Juni, an dem Albert Panten, einer der besten Kenner der mittelalterlichen Geschichte Nordfrieslands, anlässlich des 500. Jubiläums des Wittenberger Thesenanschlags zum Thema „Wie Luthers Lehre nach Nordfriesland kam“ referierte:

Martin Luther (1483–1546) hat gut abgeschrieben, und Hermann Tast (1490–1551) war nicht der erste Reformator in Husum. So lauteten die Kernbotschaften des ersten Vortrages im Rahmen des 27. Nordfriesischen Sommer-Instituts im Bredstedter Nordfriisk Instituut. Im bis auf den letzten Platz besetzten Vortragssaal erläuterte der Niebüller Geschichtsforscher Albert Panten anhand zahlreicher Quellen den Einzug des lutherischen Glaubens in Nordfriesland. In einer von Not und Krisen geprägten Zeit fielen reformatorische Gedanken auf fruchtbaren Boden. „Luther war ein Werkzeug des Zeitgeistes, und sein Erfolg hing mit dem Geld zusammen“, schätzte Panten die Lage im frühen 16. Jahrhundert ein. Immer mehr musste bezahlt werden, um zum Seelenheil zu gelangen. Es grummelte im Volk. Erste reformatorische Gedanken kamen über Magister Dietrich Becker nach Husum. Erst später ließ sich Hermann Tast auf die neue Religion ein.

In der nachreformatorischen Zeit setzten sich aber bald wieder die alten Strukturen durch, allerdings in anderem Gewand. Panten belegte diese Praxis mit Dokumenten aus Nordfriesland. Es bestand eine Kontinuität der „ritualisierten Geldzahlungen“, die teilweise bis ins 19. Jahrhundert reichte. So wurde z. B. die Abschaffung des „Zehnten“ durch die Zahlung einer Landsteuer ersetzt. Auch die „Einsetzung“ neuer Geistlicher wurde pragmatisch gehandhabt: Aus den katholischen Pfarrern wurden kurzerhand lutherische Pastoren. Und die Abschaffung des Zölibats verhalf den „Köchinnen“ im Pfarramt nicht immer zum erhofften Ehestand. „Mein Vortrag ist nun beendet, die Reformation nicht“, schloss Panten seine mitreißenden Ausführungen. 

Zum nächsten Vortrag am 12. Juli
Schon heute wollen wir auf den nächsten Vortrag am 12. Juli um 19.30 Uhr im Vortrags- und Multimediasaal Nordfriisk Futuur des Nordfriisk Instituut, Süderstr. 30, Bredstedt aufmerksam machen. Dieses Mal heißt es „Von und zu Reventlow - Ein Adelsgeschlecht und seine Verbindungen mit Nordfriesland“Die Schriftstellerin Franziska Gräfin zu Reventlow, die in Husum aufwuchs, ihr Vater Ludwig, der als der erste preußische Landrat des Kreises Husum amtierte, der Minderheitenpolitiker Victor Graf Reventlow-Criminil und seine Tante Diana, die als „Halliggräfin“ bekannt wurde, sind nur vier von mehreren Familienmitgliedern, die Verbindungen mit Nordfriesland hatten. Die Grafen „von“ und die Grafen „zu“ Reventlow waren dabei nur weitläufig miteinander verwandt.

Dr. Claas Riecken und Prof. Dr. Thomas Steensen vom Nordfriisk Instituut werden in einem gemeinsamen Vortrag die Revenlows genauer beleuchten. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.

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