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Saterfriesisch gezielter fördern

22.08.2019 - Bei einem Treffen im Rathaus wurde die derzeitige Situation der saterfriesischen Sprache besprochen. Es ging auch darum, die Sprache noch sichtbarer zu machen.

Von Tanja Mikulski

Im Saterland soll die saterfriesische Sprache gezielter gefördert werden. Wie das gehen kann, war jetzt Thema eines Treffens im Rathaus Ramsloh. Daran nahmen laut Bürgermeister Thomas Otto Vertreter der Gemeindeverwaltung, des Gemeinderats, des Seelter Buund, der Oldenburgischen Landschaft, der sorbischen Minderheit, des Niedersächsischen Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung sowie des Kultusministeriums statt.

„Es ging darum, mit den Vertretern aus den verschiedenen Bereichen die derzeitige Situation der saterfriesischen Sprache zu besprechen und Fördermöglichkeiten zu entwickeln“, sagte Ingeborg Remmers vom Arbeitskreis Saterfriesisch auf Nachfrage. Insgesamt sei das Treffen sehr positiv verlaufen.

„Es wurden Lösungsvorschläge erarbeitet, die nun weitergetragen werden, um sie in verschiedenen Gremien zu erörtern. Es werden also auf verschiedenen Ebenen weitere Gespräche stattfinden“, kündigte Remmers an, die zusammen mit Johanna Evers (Seelter Buund) das Treffen organisiert und das Programm dazu erarbeitet hatte.

Insbesondere sei auch eine Weitergabe der saterfriesischen Sprache über entsprechenden Sprachunterricht in den Kindergärten und Schulen diskutiert worden, sagte Bürgermeister Thomas Otto auf Nachfrage unserer Zeitung. „Es wurde nach Lösungen gesucht, hier Fördermittel gezielter einsetzen zu können und die einzigartige Sprache und deren Gebrauch mehr zu verstetigen.“

Dabei flossen auch Erfahrungswerte anderer mit ein. So sprach Meto Nowak als Vertreter der sorbischen Minderheit in Brandenburg über „Sprachpolitik in Brandenburg – Chancen der Sprachrevitalisierung am Beispiel der niedersorbischen Sprache“. Stefan Meyer von der Oldenburgischen Landschaft brachte seine Erfahrungen mit ein, die er für die Niederdeutsche Sprache gesammelt hatte.

„Es war allgemein anerkannt, dass eine Sprache nur überleben kann, wenn sie auch gesprochen wird – und man zur Förderung dieses Sprachgebrauchs in der Gemeinde selbst ansetzen und Saterfriesisch noch deutlicher sichtbar machen muss“, teilte der Bürgermeister mit.

Man könne sich zum Beispiel auch vorstellen, eine Saterfriesisch-Beauftragte oder einen -Beauftragen bei der Gemeinde einzuführen. Projekte können laut Bürgermeister Otto von dort aus entwickelt und umgesetzt werden. Die Gemeinde verfüge so über einen zentralen Ansprechpartner für alle Fragen rund um Sprachförderung und Spracherhalt.

Auch Karl-Peter Schramm aus Scharrel, der in dreifacher Funktion als Mitglied des Rates, des Seelter Buund und des Minderheitenrats dabei war, sah die Gespräche positiv. Seiner Meinung nach müsse man eine andere Art der Finanzierung finden und dabei vom „Projektcharakter“ wegkommen.

Der Minderheitenrat der vier autochthonen nationalen Minderheiten und Volksgruppen Deutschlands vertritt sowohl die Interessen der Friesen (auch Saterfriesen) als auch der Lausitzer Sorben, der Dänen und der deutschen Sinti und Roma.

Quelle: Presseartikel von Tanja Mikulski in der Nordwest Zeitung vom 21.8.2019

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