Aktuelles

“Tradition und Moderne” beim diesjährigen Biikeempfang 2019 in St. Peter-Ording

18.02.2019 - Der Frasche Rädj / Friesenrat Sektion Nord lud zum Biikeempfang zum ersten Mal nach St. Peter Ording ein.

Abends vor dem Petritag, jährlich am 21. Februar, lodern in Nordfriesland die Biikefeuer. Für die Friesen ist das ein Festtag, zugleich eine Attraktion für Touristen – und seit 2014 auch Immaterielles Kulturerbe der Nation. Die Aufnahme des Biikebrennens als immaterielles Kulturerbe in das nationale Verzeichnis der UNESCO Deutschland ist eine der größten Errungenschaften in jüngster Zeit, sagt der Frasche Rädj in der Einladung zum Biikeempfang. Dieser wird seit einigen Jahren um den 21. Februar durchgeführt.

So fand der diesjährige Empfang am Sonnabend, den 16. Februar, in St. Peter Ording im Dünen Hus statt. Über 150 Gäste aus Reihen der Politik, Wirtschaft und der Zivilgesellschaft sind der Einladung zum Thema "Tradition und Moderne" gefolgt.

Die Vorsitzende des Frasche Rädj, Friesenrat Sektion Nord, Ilse Johanna Christiansen, freute sich, dass der Empfang erstmals im Nordseebad St. Peter-Ording veranstaltet wurde. Denn dort findet mit 5000 Gästen die größte Biike statt. Deshalb sagte sie: „Wir Friesen sind hier oben ja schon 1500 Jahre, aber darauf können wir uns nicht ausruhen, wir brauchen auch das Moderne. Wir wollen nicht ins Heimatmuseum - wir wollen auf die Bühnen, in die Schulen und in die Politik.“

In Moderationsrunden bat der Journalist Sven Bohde Vertreter aus der Politik und Verwaltung um “gescheite Antworten”. Darunter waren MdB Astrid Damerow, Minderheitenbeauftragter MdL Johannes Callsen, MdL Birthe Pauls und Christian Marwig für das Amt Eiderstedt sowie weitere Personen wie Margret Albrecht vom Kreislandfrauenverband Nordfriesland, der Eiderstedter Boßler Matthias Johns sowie Redlef Volquardsen von der Schafskäserei Tetenbüll.

Viel Zustimmung fand Professor Dr. Beate Ratter von der Universität Hamburg für ihre Festrede, heißt es im Artikel der SHZ von Hans Jörg Rickert: “ ‘Ihr Thema: „Heimat und Identität – Risikoraum Wattenmeer im Kontext des Klimawandels’. Mit Dr. Martin Döhring hat sie in Deutschland, Dänemark und den Niederlanden geforscht. Heimat beschrieb sie für diesen Raum als ‘ein regionalkulturelles Gefühl mit einer räumlichen, historischen, sozialen und emotionalen Dimension.’ Die Menschen hier haben Respekt vor den Naturgewalten, wissen um die Natur und leben mit ihr. Sie haben eine mehrschichtige tiefgehende Ortsbindung. Nicht in der Bedrohung durch das Wasser sehen sie Gefahren, sondern seitens der Landschafts- und Raumplanung wie durch Fehlentwicklungen im Tourismus und durch die Politik. Der Küstenmensch nehme den Klimawandel ortsbezogen wahr. Er beziehe ihn in seine Zukunftsüberlegungen ein und nehme die damit verbundenen Herausforderungen im Wissen um die Folgen an.”

Umrahmt wurde der Empfang musikalisch von "Bruna Skelde" (friesischer Heavy Metal), der Jugendtrachtengruppe Eiderstedt sowie Thora Kahl, Friesischlehrerin in Risum-Lindholm, mit dem Biike Song/Biikesung „Lätj üs da troole ferdriwe! – Lasst uns die Geister vertreiben“.

Artikel zum Biike-Empfang in der shz.de von Hans Jörg Rickert, 17.2.2019
Zum Programm

Titelbild: Foto: Momme Nommensen "Biikebrennen"

Friesischlehrerin Thora Kahl sang zum Biikeempfang den Biikesung "Lätj üs da troole ferdriwe!"; Foto: Hans Jörg Rickert, SHZ
Zurück zur Übersicht

Moin!

Wutrobnje witajće!

Hjertlig velkommen!

Latscho Diewes!

Hartlik wäljkiimen!

Witajśo k nam!

Herzlich Willkommen!

Welcome!