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Unesco-Urkunde für Wikingerstätten Haithabu und Danewerk

24.06.2019 - Ein Jahr nach der Ernennung zum Weltkulturerbe erhalten die Wikingerstätten Haithabu und Danewerk die offizielle Unesco-Urkunde. Eine ganze Region feiert "ihr" Welterbe.

Genau ein Jahr nach der Aufnahme in die Welterbe-Liste der Unesco nimmt Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am 30. Juni die offizielle Unesco-Urkunde von der Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Michelle Müntefering (SPD), entgegen. Rund um diesen offiziellen Festakt feiert die gesamte Region einen ganzen Tag lang "ihr" Welterbe mit verschiedenen Aktionen in den einzelnen Gemeinden entlang der Wikingerstätten. "Der Tag zeigt, dass die ganze Region hinter dem Welterbe steht", sagte die Sprecherin des Archäologischen Landesamts, Birte Anspach, am Donnerstag.

Ein besonderes Zeichen für ein grenzenloses, friedliches und freizügiges Europa soll am 30. Juni eine Menschenkette auf dem Halbkreiswall von Haithabu setzen. Der Halbkreiswall und das Danewerk stellten ein Grenzbauwerk dar, das für Abschottung, Abwehr und Trennung unterschiedlicher Hoheitsgebiete gestanden habe, sagte Ralf Feddersen, Direktor des Amts Haddeby, in dem die Wikingerstätten liegen. Heutzutage vermittelten die Bauwerke jedoch eine ganz andere Botschaft, findet er. Nämlich die des gemeinsamen Erbes im Grenzland.

Oder wie der Vorsitzende des kulturellen Dachverbands der dänischen Minderheit (Südschleswigscher Verein/SSF), Jon Hardon Hansen, im vergangenen Jahr sagte, "das Danewerk hat über Jahrhunderte wie kein anderes Wahrzeichen die Abgrenzung zum Deutschen verkörpert". Deshalb sei es eine Ironie und ein Segen der Geschichte, "dass wir das Danewerk in deutsch-dänischer Eintracht bis hin zum Weltkulturerbe getragen haben". Was einst trennen sollte, verbinde heute. Der SSF, der auch Träger des Danevirke Museums ist, und Dänemark unterstützten die Bewerbung stark. Auch bei den Jubiläumsfeierlichkeiten sind Vertreter aus Dänemark dabei.

Seit dem 30. Juni 2018 gehören die Wikingerstätten nun zum Weltkulturerbe der Unesco. Ohne Diskussion nahm das Welterbekomitee die deutsche Bewerbung damals bei der Sitzung in der bahrainischen Hauptstadt Manama an. Die Stätte sei ein einzigartiges Zeugnis der Wikingerzeit und ihrer kulturellen Traditionen, hieß es zur Begründung.

Die Befestigungsanlage Danewerk und der Handelsplatz Haithabu gehören nach Ansicht der Unesco zu den bedeutendsten archäologischen Zeugnissen Nordeuropas. Das Danewerk bestand im Mittelalter aus Erdwällen, Mauern, Gräben und einem Sperrwerk in der Schlei. Das Verteidigungssystem sicherte die Grenze des dänischen Reichs. Die Wikingerstadt Haithabu bei Schleswig war vom 9. bis 11. Jahrhundert eines der bedeutendsten Handelszentren Nordeuropas. Sie lag zwischen dem fränkischen und dem dänischen Reich auf einer wichtigen Route zwischen Nord- und Ostsee.

Die Touristiker in der Region wollen sich die Authentizität der Welterbestätten zu Nutzen machen. Und auch hier merkt man - der Welterbestatus zieht. So sind die Besucherzahlen im Wikinger- und auch im Danevirke Museum nach der Ernennung zum Weltkulturerbe merklich gestiegen. Der Bekanntheitsgrad sei größer geworden, sagte der Sprecher des Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen, Frank Zarp. Auch südlich der Elbe habe man die Wikingerstätten jetzt mehr auf dem Schirm.

"Das Danewerk war in Dänemark schon immer eine Hausnummer", sagte SSF-Sprecher Lars Bethge. Doch mittlerweile kämen auch mehr deutsche Gäste. Andersherum machten viele dänische Besucher nun auch einen Abstecher nach Haithabu. "Wir bereichern uns."

Infos zur Welterbestätte und den Veranstaltungen

(Quelle: n-tv.de)

Titelbild: Foto: SSF/Martin Ziemer

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