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Westfriesische Lehrer zu Besuch in Nordfriesland

13.06.2019 - Vom 15.-18. Mai kam eine Gruppe von elf Westfriesen aus den Niederlanden nach Nordfriesland. Darunter waren Friesischlehrer, Schulleiter, Mehrsprachigkeitsberater und Wissenschaftler, die sich vor Ort über den Friesischunterricht und die Mehrsprachigkeit an Schulen in Nordfriesland informieren wollten.

Untergebracht war die Gruppe in der Nordsee Akademie in Leck. Von hier aus ging es zu Hospitationen an die Nis-Albrecht-Johannsen Schule in Lindholm, an die Risem Skole/Risem Schölj in Risum, an die Grundschule in Süderende/Föhr und schließlich an das Eilun Feer Skuul in Wyk/Föhr. Außerordentlich angetan waren die Westfriesen von der Begeisterung und dem Engagement der nordfriesischen Lehrkräfte, die ihre pädagogischen Fähigkeiten auf beeindruckende Weise unter Beweis stellten. In anschließenden Gesprächen wurde die Situation des Friesischunterrichts an den jeweiligen Schulen erörtert. Trotz großen Einsatzes seitens der Lehrkräfte wurden im Vergleich zur Situation in Westfriesland viele strukturelle und organisatorische Defizite sichtbar.

Ergänzt wurde das Programm durch Besuche im Nordfriesischen Institut in Bredstedt, wo sich der Schulrat Thomas Nonn mit großer Anteilnahme an der Diskussion beteiligte, sowie in der Ferring Stiftung in Alkersum/Föhr, die durch ihr klar definiertes Arbeitsprogramm imponierte. Am letzten Tag fuhr die Gruppe zum Friesischen Seminar der Europa-Universität Flensburg, wo sie sich über die aktuell positive Entwicklung der Studentenzahlen informieren ließ. Während des Austausches erfolgte die Kommunikation – ganz im Sinne der Mehrsprachigkeit – auf Nord- und Westfriesisch, Englisch und Deutsch.

Lena Grützmacher, Landesfachberaterin für Friesisch in Schleswig-Holstein, zog ein positives Fazit: "Insbesondere für Nordfriesland könnte eine Vertiefung der Beziehungen zwischen Friesischlehrern in West- und Nordfriesland einen großen Gewinn bedeuten. Bedingt durch eine deutlich größere Zahl an Westfriesisch-Sprechern im Vergleich zu Sprechern der verschiedenen nordfriesischen Dialekte ist die Sprach-Infrastruktur in den Niederlanden deutlich besser ausgebaut. Dies könnte uns ermöglichen, Konzepte zu übernehmen, die sich in der schulischen Praxis bewährt haben."

Eelke Goodijk, Mitarbeiter von Cedin, einer Institution, die Mehrsprachigkeit an Schulen in der Provinz Fryslân erforscht, fügte hinzu: "Der Besuch in Nordfriesland war sehr informativ. Wir freuen uns über die entstandene Kooperation von Lehrkräften in West- und Nordfriesland."

Der Besuch der westfriesischen Lehrkräfte in Nordfriesland war der zweite Teil eines Friesischlehrer-Austausches. Bereits im November 2018 waren zehn Friesischlehrer aus Nordfriesland an Schulen und Institutionen im niederländischen Westfriesland zu Gast.

Die Tradition, dass sich Friesischlehrkräfte aus Nord- und Westfriesland durch gegenseitige Besuche informieren, austauschen und motivieren, sei somit wiederbelebt worden, stellte Organisator Alastair Walker fest: "Von den 1980er Jahren bis in die 2000-Jahre fanden solche Austausche regelmäßig statt. Man besuchte sich gegenseitig und tauschte Gedanken, Erfahrungen und Schulmaterialien aus." sagte Walker und dankte dem Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig-Holstein (IQSH) und dem Friesenrat, die den Austausch durch finanzielle Unterstützung ermöglicht hatten.

(Pressemitteilung des Frasche Rädj Sektion Nord)

Titelbild: Die Westfriesen zu Besuch an der Grundschule in Süderende/Föhr. (Foto: Frasche Rädj)

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