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Statnik zu Europarat-Bericht: Sorbisch jetzt im Alltag stärken!

16.09.2022

Zum Bericht der Sachverständigen des Europarates über die Situation der Minderheitensprachen in Deutschland, zu denen auch Nieder- und Obersorbisch gehören https://www.n-tv.de/der_tag/Europarat-Deutschland-soll-Minderheitensprachen-besser-foerdern-article23591751.html, erklärt Dawid Statnik, Vorsitzender des sorbischen Dachverbandes Domowina: 

Es ist gut, dass der Europarat sein Rahmenabkommen zum Schutz nationaler Minderheiten und die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen ernst nimmt und ihre Verwirklichung regelmäßig vor Ort überprüft. Dies geschah bei uns zuletzt im Vorjahr (https://www.rbb24.de/studiocottbus/panorama/2021/08/besuch-delegation-europarat-sorben-wenden.html) und zeigt nun Ergebnisse. Mehr Lehrkräfte für Minderheitensprachen, mehr Anwendung unserer Sprachen bei Behörden und mehr mediale Angebote – das sind klare Ansagen, die unseren Bemühungen den Rücken stärken.

Für die Domowina ist klar: Der Zugang muttersprachlicher sorbischer „Seiteneinsteiger“ ins Lehramt sowie von tschechischen und polnischen Lehrkräften in unsere Schulen zur Absicherung des sorbischsprachigen Unterrichts muss von allen bürokratischen Hürden befreit werden. Nur so kann das sorbische Bildungswesen über die kommenden zehn Jahre hinweg bedarfsgerecht aufrechterhalten werden.

Ebenso dringend notwendig ist ein Entwicklungsschub beim Medienangebot in sorbischer Sprache: Wir brauchen ein 24 Stunden/7 Tage die Woche-Nachrichtenangebot in sorbischer Sprache, damit insbesondere jüngere Smartphone-Nutzer*innen bei ihrer Informations-Grundversorgung nicht ständig in andere Sprachen ausweichen müssen. Unbeschadet aller Fortschritte bei Rundfunkprogrammen und digitalen Angeboten besteht noch eine große mediale Versorgungslücke, die der alltäglichen Verankerung der Jugend in ihrer Muttersprache abträglich ist.

Auch die Behörden im sorbischen Siedlungsgebiet haben sich in den letzten Jahren bewegt, deutsch-sorbische Ausschilderung in gleicher Größe ist erfreulicherweise im Kommen. Allerdings besteht in der Alltagskommunikation ein großes Ungleichgewicht zwischen den Sprachen. Deshalb müssen sorbische Sprachkenntnisse der Bewerber*innen für Stellen im öffentlichen Dienst endlich überall angemessen gewichtet werden, damit das Recht zum Gebrauch des Sorbischen bei Ämtern auch ohne große Komplikationen genutzt werden kann.

Wir werden den Bericht der Sachverständigen des Europarates selbstverständlich in unsere weiteren Gespräche mit Landes- und Bundespolitik einbringen, damit wir gemeinsam in diesem Sinne vorankommen.

(Quelle: Pressemitteilung Domowina, 16.09.2022)

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