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Veranstaltungshinweise des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma im Mai 2022

04.05.2022

Für alle Interessierte in Berlin bietet sich der Besuch der Buchpremiere „Widerstand durch Kunst. Sinti und Roma und ihr kulturelles Schaffen“ am 16. Mai um 19 Uhr in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin an. Auf der Buchpremiere gibt es ein Gespräch mit Romani Rose, dem Vorsitzenden des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma, Isabel Raabe und Moritz Pankok, moderiert von Michael Ebmeyer. Der Abend wird abgerundet mit der anschließenden musikalischen Performance des Künstlers Brunn Morais.

Der Band „Widerstand durch Kunst“, herausgegeben von Romani Rose, Isabel Raabe und Moritz Pankok im Ch. Links Verlag, gibt eine profunde Einführung in das künstlerische Schaffen und die kulturelle Selbstbehauptung der größten Minderheit Europas. Er ist aus der mehrfach preisgekrönten digitalen Plattform RomArchive hervorgegangen. Widerstand gegen Diskriminierung und Stereotypisierung durch die Mehrheitsgesellschaften ist in der Kunst eine Quelle von Kreativität. So auch in den Künsten und Kulturen der Sinti und Roma. Es besteht eine starke Wechselwirkung zwischen kultureller Selbstbehauptung und politischer Bürgerrechtsbewegung, so dass die Kunst auch als Akt des politischen Widerstands begriffen werden kann.

Mehr Informationen: https://dokuzentrum.sintiundroma.de/aktuelles/veranstaltungen/widerstand-durch-kunst-buchpremiere/

In Heidelberg wird am 20. Mai um 16:30 Uhr ein Stadtrundgang „Zur Geschichte der Heidelberger Sinti“ mit Ilona Lagrene angeboten. Die Deportation der badischen Sinti am 22. Mai 1940 „in den Osten“ jährt sich dieses Jahr zum 82. Mal. Unter den Deportierten waren viele Familien, die zuvor in der Heidelberger Altstadt und in Ludwigshafen gelebt hatten. Gemeinsam mit der Bürgerrechtlerin Ilona Lagrene wird in Form eines Stadtrundgangs an diese Menschen erinnert.

Am 21. September 1939 beschloss eine Konferenz der SS unter der Leitung von Reinhard Heydrich die Deportation aller 30.000 Sinti und Roma aus dem Gebiet des damaligen „Deutschen Reiches“ in das besetzte Polen. Als vorbereitende Maßnahme erließ Himmler am 17. Oktober 1939 einen „Festschreibungserlass“: Man verbot Sinti und Roma unter Androhung von KZ-Haft, ihren jeweiligen Aufenthaltsort zu verlassen. Ein halbes Jahr später, am 27. April 1940, ordnete Heinrich Himmler die Deportation von 2500 Sinti und Roma in das „Generalgouvernement“ im besetzten Polen an. In Hamburg, Köln und Asperg bei Stuttgart wurden Sammellager eingerichtet, wohin die von der Kriminalpolizei verhafteten Sinti und Roma am 16. Mai 1940 eingeliefert wurden. Aus den Sammellagern fuhren die ersten Deportationszüge mit den Sinti- und Roma-Familien direkt in Zwangsarbeitslager im besetzten Polen. Nur wenige der Deportierten sollten die Befreiung Europas vom Nationalsozialismus erleben.

Unter den Deportierten waren auch zahlreiche Sinti, die bis 1935 in der Heidelberger Altstadt gelebt hatten. 1935 wurden sie auf Betreiben der Stadtverwaltung, der Polizeibehörden sowie von Vereinen und Mitgliedern der Stadtgesellschaft aus Heidelberg vertrieben. Viele der Vertriebenen zogen nach Ludwigshafen oder Mannheim. Von dort wurden sie 1940 schließlich deportiert.

Der Rundgang durch die Altstadt beginnt im Innenhof des Dokumentations- und Kulturzentrums in der Bremeneckgasse 2 in der Heidelberger Altstadt. Es wird um eine Anmeldung bis zum 19. Mai 2022 unter info@sintiundroma.de oder 06221 981102 gebeten.

Mehr Informationen: https://dokuzentrum.sintiundroma.de/aktuelles/veranstaltungen/stadtrundgang-geschichte-heidelberger-sinti-2022/

(Quelle: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, 04.05.2022)

Titelbild: (Quelle: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma)

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