Aktuelles

Mein Schülerpraktikum im Minderheitensekretariat in Berlin

10.07.2015 Anfang des Jahres 2015 mussten sich alle Schüler der 10. Klasse des Sorbischen Gymnasiums Bautzen / Serbski gymnazij Budyšin für eine Berufsgruppe oder einen Betrieb ihrer Wahl entscheiden, in welchem sie ein Praktikum absolvieren möchten. Da ich selbst einer Minderheit angehöre – den Lausitzer Sorben – und davon hörte, dass sich das Minderheitensekretariat in Berlin für die vier autochthonen (alteingesessen) Minderheiten Deutschlands einsetzt, war mein Interesse geweckt. Außerdem bin ich darum bemüht neue Erfahrungen zu sammeln und mich näher mit anderen Minderheiten zu beschäftigen. Also entschloss ich mich erste Berufserfahrungen im Minderheitensekretariat zu sammeln und begab mich voller Vorfreude vom 26.06-09.07.2015 nach Berlin. Die deutschen Sinti und Roma leben schon seit 600 Jahren in Deutschland. Dies erfuhr ich auf der öffentlichen Veranstaltung „Ausgegrenzt“- einem Zeitzeugengespräch mit einem Ehepaar aus alteingesessenen ostpreußischen Sintifamilien. Wie auch die Juden wurden Sinti und Roma in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet. Die meisten Überlebenden sind bis heute noch nicht dazu bereit über ihr Schicksal zu sprechen. Ich hatte somit die Chance live zu erfahren, wie nach so vielen Jahren das Ehepaar zum ersten Mal öffentlich über das Geschehen vor über 70 Jahren berichtete. Doch Sinti und Roma sind nicht die einzige Minderheit in Deutschland. Zu den vier autochthonen nationalen Minderheiten in Deutschland gehören des Weiteren die dänische Minderheit, das sorbische Volk und die friesische Volksgruppe. Während meines Praktikums hatte ich weiterhin das Vergnügen mich an einem Gespräch mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten – Hartmut Koschyk (MdB) – zu beteiligen. Mein erster positiver Eindruck von ihm bestätigte sich im Laufe des Gesprächs; er wirkte sehr engagiert und genauestens informiert. Es wurde sowohl über anstehende Termine und Veranstaltungen diskutiert als auch über aktuelle Herausforderungen der Minderheiten Deutschlands. Das Gespräch fand im neuen Gebäude des Bundesministeriums des Innern (BMI) statt, wobei ich gleich noch die Gelegenheit hatte dieses genauer zu besichtigen. Neben den vielen Terminen und Veranstaltungen außerhalb des Büros im Minderheitensekretariat war meine erste Aufgabe das Zusammentragen der Kontaktdaten aller 631 Mitglieder des Deutschen Bundestages. Auch wenn diese Arbeit viel Konzentration verlangte und mir zunächst belanglos erschien, dient sie jedoch nun als Grundlage für den direkten Kontakt zu den Bundestagsabgeordneten. Schon in derselben Woche wurden die Kontaktdaten der Abgeordneten dazu verwendet, um sie zum parlamentarischen Frühstück anlässlich des 10-jährigen Bestehens des Minderheitenrates und Minderheitensekretariats im September 2015 einzuladen. Ein weiteres Highlight meines Praktikums war der Besuch des Deutschen Bundestages. Die Leiterin des Minderheitensekretariats – Judith Walde/Wałdźic – zeigte mir sämtliche Gebäude, die dazugehören und über unterirdische Gänge miteinander verbunden sind. Der Bundestag ist wirklich riesengroß, sodass man sich leicht verirren kann. Im Plenum fand eine kurzfristig anberaumte Diskussion über aktuelle Entwicklungen bezüglich Griechenlands statt. Ich befand mich zwischen den Zuhörern auf der Besuchertribüne. Das letzte für mich wichtige Ereignis war meine Beteiligung an der 14. Sitzung des Landtages Brandenburg, auf welcher die Abgeordneten über den Antrag „Mehrsprachigkeit und Sprachenvielfalt in Brandenburg ausbauen“ abstimmten. Ich hatte eine tolle Zeit in Berlin. Das Praktikum war sehr abwechslungsreich und ich habe gelernt mich in einer Großstadt eigenständig zurechtzufinden. Ich bin sehr glücklich darüber, mich um diese Praktikumsstelle beworben zu haben. Autorin: Jamila Žurec, Schülerpraktikantin der 10. Klasse des Sorbischen Gymnasiums Bautzen
Download
Zurück zur Übersicht

Moin!

Wutrobnje witajće!

Hjertlig velkommen!

Latscho Diewes!

Hartlik wäljkiimen!

Witajśo k nam!

Herzlich Willkommen!

Welcome!