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Friesische Band KALÜÜN erhält den Preis der deutschen Schallplattenkritik

19.08.2014 Damit hatten die Musiker der friesischen Band KALÜÜN wohl kaum gerechnet: Ihr im März 2014 auf Föhr veröffentlichtes Debüt-Album Spöören (deutsch: ‘Spuren’) wurde am 15. August 2014 mit dem begehrtesten Preis der deutschen Folkszene ausgezeichnet, dem Preis der deutschen Schallplattenkritik. Der PdSK wird durch einen unabhängigen Zusammenschluss von derzeit 145 Musikkritikern und Journalisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vierteljährlich in den sog. Bestenlisten vergeben, darin enthalten die besten und interessantesten Neuveröffentlichungen der vorangegangenen drei Monate. Bewertungskriterien sind u.a. künstlerische Qualität, Repertoirewert, Präsentation und Klangqualität. Organisiert in 29 Fachjurys, prüfen die Juroren quartalsweise das Angebot neuer Tonträger in 29 Sparten, von der Symphonik über die Oper bis hin zum Hörbuch, vom Kabarett über Popmusik bis hin zum Jazz. KALÜÜN hat sich mit Spöören in der Kategorie Lieder & Songs klar durchgesetzt – u.a. gegen bekannte Größen wie z.B. den Liedermacher Rainald Grebe mit der CD Berliner Republik oder den Sänger und Texter Felix Meyer mit der CD Menschen des 21. Jahrhunderts. Dass sich hier eine nordfriesische Band mit einer friesischsprachigen CD behauptet, kann als Sensation für die gesamte deutsche Folkszene bezeichnet werden. In der Erklärung der Jury heißt es:  Die Folkgruppe Kalüün stammt von der Nordseeinsel Föhr und dem nordfriesischen Festland. Mit Gastmusikern begibt sich das junge Trio auf die Suche nach musikalischen Spuren (Spöören) längst vergangener Zeiten – nach alten, fast vergessenen Liedern, Tanzstücken und Balladen, die Aufschluss über das Denken, Handeln und Fühlen früherer Generationen auf der Insel Föhr geben können. In friesischer Sprache, instrumentiert mit Gitarre, Violine, Mandoline, Cello oder Bouzouki, präsentieren die Musiker ihre Funde voller Energie, unverbrauchter Frische und offensichtlicher Freude am eigenen Tun. (Für die Jury: Kai Engelke) „Wir sind völlig von der Rolle“, berichten Keike und Jan Faltings sowie Dennis Werner von KALÜÜN. Eigentlich wollten wir nur mal etwas Neues machen. Wir haben anscheinend den passenden Zeitpunkt für unser Album erwischt. Die Leute haben spürbar Lust auf mehr Folk – Lust auf das Außergewöhnliche und Lust auf authentische Typen. „Und auf einmal erfahren wir“, so die 3 Musiker weiter, „dass Spöören z.B. im belgischen Rundfunk, Deutschlandradio, WDR etc. läuft, und das ist für eine friesische CD in der Tat schon ziemlich außergewöhnlich!“ Ihr Song Fering Hüs nach der Melodie von Cedars of Lebanon des renommierten irisch-amerikanischen Folkmusikers und Songschreibers Thom Moore ist aktuell in der sogenannten Liederbestenliste von ursprünglich Platz 18 auf 4 gestiegen. Auch wenn diese Liste schwerpunktmäßig deutschsprachige Titel und Alben berücksichtigt, so werden doch auch in Deutschland veröffentlichte Tonträger unabhängig der Sprache bewertet. KALÜÜN setzt eine ganz eigentümliche Musiktradition der nordfriesischen Inseln fort, die einst neben regionalen Besonderheiten der schleswigschen und jütischen Spillemandsmusik deutliche Einflüsse internationaler Seemannslieder, Shanties und Tanzmelodien zeigte, wie sie mit den friesischen Seefahrern aus den europäischen Hafenkneipen auf die Inseln und Halligen gelangt waren. Diese besondere Musikkultur kam im Zuge des nationalen Umbruchs nach 1864 schnell zum Erliegen und war schon um 1900 nur noch in Relikten vorhanden. Mit ihrem Album Spöören begibt sich KALÜÜN nun auf die verwehten Spuren der alten, fast vergessenen Balladen und Tanzstücke der Insel Föhr, ergänzt durch eine Reihe eigener Kompositionen und Texte, und demonstriert darin auf überzeugende Weise, dass man traditionellen Folk mit nuanciertem Sprachgefühl und feinen Arrangements auch nach dem Musikgeschmack von heute anspruchsvoll und modern interpretieren kann. Das Ergebnis dieses kreativen Prozesses hält der Hörer als eine Art Schatzkarte in seinen Händen. Wer ihren Hinweisen folgt, findet alte wie neue Juwelen, die von einem Leben auf der Insel und zur See, von Sehnsucht, Liebe und Lebensfreude, aber auch von der Würde und der besonderen Wesensart der Inselnordfriesen erzählen. Die Veröffentlichung des Albums konnte nur dank großzügiger Spenden seitens des Friesenrats – gefördert aus öffentlichen Mitteln des Landes Schleswig-Holstein – sowie verschiedener Föhrer Einrichtungen und Firmen ermöglicht werden. Die Initiative zu dieser CD ging von der Ferring Stiftung in Alkersum auf Föhr aus, die als Träger des Projekts seine Durchführung auch federführend begleitet hat. Die CD kann direkt über die Bandhomepage www.kaluun.de als CD oder aber auch als digitaler Download inkl. PDF-Booklet mit allen Übersetzungen bestellt werden. (aus der Pressemitteilung des Frasche Rädj / Friesenrat Sektion Nord)
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