Aktuelles

Interview mit Helen Christiansen: Koordinatorin des neuen Minderheiten-Kompetenz-Netzwerks Schleswig-Holstein/Süddänemark

30.11.2020

Das Minderheiten-Kompetenz-Netzwerk Schleswig-Holstein/Süddänemark wurde im Juli diesen Jahres gegründet. Gründungsmitglieder des Netzwerkes sind der Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN), der Friesenrat e.V. Sektion Nord, Sydslesvigsk Forening e.V. (SSF), der Verband Deutscher Sinti und Roma e.V. Landesverband Schleswig-Holstein, die Europäische Akademie Schleswig-Holstein, das Europäische Zentrum für Minderheitenfragen (ECMI) und die Föderalistische Union Europäischer Nationalitäten (FUEN). Durch das Netzwerk sollen die Minderheiten und Volksgruppen im Norden enger zusammenarbeiten, zudem sollen das Verständnis für nationale Minderheiten und Volksgruppen sowie ihre Sprache und Kultur gefördert werden. Ebenfalls im Vordergrund stehen der Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen den Minderheiten und Volksgruppen.

Seit November ist nun die Koordinatorin dieses Netzwerks im Amt, Helen Christiansen. Dienstort ist die Europäische Akademie Schleswig-Holstein im Akademiezentrum Sankelmark in Oeversee bei Flensburg. Mit dem Minderheitensekretariat ist Helen Christiansen seit langem verbunden, ob als Elternzeitvertretung für Madlena Di Sarno, oder als langjährige Projektmanagerin der Jugend Europäischer Volksgruppen (JEV/YEN) in Berlin. Grund genug also, um sie zu ihrem neuen Amt zu interviewen.

Liebe Helen, stelle Dich gerne vor!
Ik ban Helen Christiansen än ik kam üt Nordfraschlönj. Alles verstanden? Also ich bin Helen Christiansen und komme aus Nordfriesland und gehöre der nordfriesischen und dänischen Minderheit an. Ich habe in Dänemark studiert und einige Jahre in Berlin u.a. bei Jugend Europäischer Volksgruppen und beim Minderheitensekretariat gearbeitet.

Das Minderheiten-Kompetenz-Netzwerk Schleswig-Holstein/Süddänemark ist an die Akademie Sankelmark in Oeversee (bei Flensburg) angegliedert. Wie hast Du Dich in der Akademie Sankelmark eingelebt?
In der Akademie Sankelmark herrscht eine sehr familiäre Stimmung, wo jeder seinen festen Platz im Haus hat. Also fühle ich mich hier sehr gut aufgehoben – obwohl es wegen der Pandemie, wie bei vielen, natürlich einige große Herausforderung gibt, was die Veranstaltungen betrifft.

Worauf freust Du Dich im Besonderen in Deiner Arbeit?
Ich freue mich natürlich darauf mit verschiedenen Vereinen und Organisationen zusammenzuarbeiten, die sich  mit den nationalen Minderheiten beschäftigen, aber auch auf die Besuchergruppen, die noch kaum Berührungspunkte zu den Themen der nationalen Minderheiten in der deutsch-dänischen Grenzregion hatten.

Es wurde angekündigt, dass es noch im Dezember eine erste Veranstaltung geben soll, womit darf man rechnen?
Es findet am 9.12.2020, 14:30-16:00 Uhr ein Online-Seminar statt mit dem Titel: Europa und die Minderheiten des deutsch-dänischen Grenzlandes – wie geht es weiter? Dazu sind 2 Gäste eingeladen, einmal Gösta Toft, der Vizepräsident der FUEN, und Romeo Franz MdEP, um über die Minority SafePack Initiative und die EU-Rahmenstrategie Sinti und Roma 2021-2030 zu diskutieren. Danach gibt es auch Zeit für einen lockeren Austausch, um die aktuellen Themen der nationalen Minderheiten zu besprechen. Mehr Infos zum Seminar gibt es hier.

Was steht im neuen Jahr an?
Wir planen einige Projekte für 2021, aber wir müssen natürlich auch die aktuelle Situation weiter im Auge behalten. Wir wollen mit verschiedenen Partnern europaweit zusammenarbeiten und planen einige Veranstaltungen zu Minderheitenfragen. Es gab auch schon einige Anfragen wie beispielsweise von der Auslandsgesellschaft e.V. die das deutsch-dänische Grenzland besuchen möchte. Da sind wir ja genau die richtige Anlaufstelle genau diese Anfragen.

Wie sieht Deine Zusammenarbeit mit dem Vorstand aus?
Ich habe meine Arbeit erst gerade begonnen und deswegen steht die erste gemeinsame Vorstandssitzung noch bevor. 

Was erhoffst Du Dir von dem Minderheiten-Kompetenz-Netzwerk?
Ich hoffe sehr, dass das Minderheiten-Kompetenz-Netzwerk seinem Namen gerecht wird und die Kompetenzen, die es im deutsch-dänischen Grenzland gibt, zusammenpflegt und weiterführt. Des Weiteren hoffe ich, dass ich die Kapazitäten des Netzwerkes sinnvoll nutzen kann, um den Vereinen und Organisationen der nationalen Minderheiten im Grenzland Arbeit insbesondere in der Öffentlichkeitsarbeit abnehmen kann. Es wäre schön, wenn sich neue Besuchergruppen erschließen ließen und sich dadurch neue Projekte oder Kontakte europaweit ergeben würden.   

Liebe Helen, vielen herzlichen Dank für das Interview und Dir weiterhin viel Erfolg, wir sind gespannt auf die Arbeit des neuen Netzwerks!

Helen Christiansen. (Foto: Akademie Sankelmark).
Der Gründungsvorstand: Prof. Dr. Vello Pettai (ECMI), Anna Weiß (Verband deutscher Sinti und Roma), Dr. Christian Pletzing (Europäische Akademie Sankelmark) , Uwe Jessen (BDN), Frank Nickelsen (Friesenrat) , Eva Adel Penzes (FUEN), J. A. Christiansen (SSF), Minderheitenbeauftragter Johannes Callsen. (Foto: Staatskanzlei S.-H.).
Zurück zur Übersicht

Moin!

Wutrobnje witajće!

Hjertlig velkommen!

Latscho Diewes!

Hartlik wäljkiimen!

Witajśo k nam!

Herzlich Willkommen!

Welcome!