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Recherchestipendien "Sinti_zze und Rom_nja in Deutschland"

03.12.2020

Das Deutsche Institut für Menschenrechte hat in Kooperation mit RomaniPhen und gefördert durch die Stiftung EVZ ein Recherche-Stipendium zum Thema „Sinti_zze und Rom_nja in Deutschland“ ausgeschrieben.

Seit Jahrhunderten wurden Sinti_zze und Rom_nja in ganz Europa diskriminiert oder teilweise sogar systematisch verfolgt. So fielen schätzungsweise 500.000 Menschen dem nationalsozialistischen Völkermord zum Opfer. Das Ende des NS-Regimes stoppte zwar den Genozid, jedoch nicht den Rassismus gegen Sinti_zze und Rom_nja. In der Bundesrepublik Deutschland wurden Mitglieder der Community nach wie vor mit rassistischen Zuschreibungen bedacht und gesellschaftlich ausgegrenzt sowie behördlich schikaniert.

Rassismus gegen Sinti_zze und Rom_nja ist weiterhin fester Bestandteil dieser Gesellschaft und ihrer Strukturen, Institutionen und Medien. Dabei prägen diskriminierende öffentliche Images über Sinti_zze und Rom_nja den konkreten Umgang mit den Betroffenen und führen zu struktureller und institutioneller Diskriminierung sowie alltäglichen Rassismuserfahrungen.

Rom_nja und Sinti_zze werden trotz beginnender Veränderungen weiterhin nicht nur rassistisch beschrieben, sondern auch überwiegend als homogene Gruppe dargestellt. Die verschiedenen historischen, politischen, sozialen, aufenthaltsrechtlichen und anderen Unterschiede werden nur unzureichend berücksichtigt. Hier besteht Bedarf, heterogene, komplexe und vielfältige Realitäten der Menschen wahrzunehmen, um Rom_nja und Sinti_zze als anerkannte Mitglieder der Gesellschaft wahrnehmbar zu machen.

Um dieses Ziel zu erreichen, schreiben das Deutsche Institut für Menschenrechte und RomaniPhen ein Recherche-Stipendium aus, um rassismuskritisches Schreiben im Journalismus zu befördern. Das Stipendium soll Journalist_innen anregen, sich mit den vielfältigen Communities der Sint_zze und Rom_nja in Deutschland aus menschenrechtlicher, diskriminierungskritischer und partizipativ-empowernder Perspektive auseinanderzusetzen. Damit zielt das Projekt auf die Förderung von heterogenen, präziseren und komplexeren Darstellungen von gesellschaftlichen Lebensrealitäten und Beiträgen von Rom_nja und Sinti_zze.

Das Institut will mit der Vergabe des Stipendiums Journalist_innen aus den Bereichen Print, Online und Hörfunk anregen, das Thema aus menschenrechtlicher Perspektive zu bearbeiten. Die Bewerbung von Sinti_zze und Rom_nja wird besonders begrüßt und sie läuft noch bis zum 21. Dezember 2020. 

Den Journalist_innen wird ein Stipendium in Höhe von je 1.500,- Euro für die Produktion eines Beitrags ohne Kosten- und Akquisedruck ermöglicht. Es werden sechs Stipendien vergeben.

Weitere Informationen zum Recherche-Stipendium und ein Online-Bewerbungsformular gibt es hier:

https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/presse/recherche-stipendium/recherche-stipendium-2020

(Quelle: Pressemitteilung der Stiftung EVZ)

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