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Slowakischer Präsident Kiska erhält am 19. März 2019 in Brüssel den Europäischen Bürgerrechtspreis der Sinti und Roma

14.03.2019 - Am Dienstag, den 19. März 2019 wird der Europäische Bürgerrechtspreis der Sinti und Roma zum sechsten Mal vergeben. Die diesjährige Preisverleihung findet im Haus der Europäischen Geschichte in Brüssel statt. Der Preis wird vergeben vom Dokumentations- und Kulturzentrum und dem Zentralrat Deutscher Sinti und Roma sowie der Manfred Lautenschläger-Stiftung.

Der Preisträger

Diesjähriger Preisträger ist der Präsident der Slowakischen Republik, Andrej Kiska. Er wird ausgezeichnet für sein gesellschaftliches Engagement, seine kritische politische Haltung in der Öffentlichkeit und seinen beharrlichen Einsatz für die Belange der Roma in der Slowakei. Besonders in einer Zeit, in der sich Sinti und Roma in Europa von rechtsextremen und nationalistischen Strömungen und Parteien zunehmend bedroht sehen, spricht sich der slowakische Präsident Andrej Kiska deutlich für die gleichberechtigte Teilhabe der Roma in seinem Heimatland aus. In Interviews und Reden lenkt er den Blick der Öffentlichkeit immer wieder auf die jahrelang vernachlässigte und diskriminierte Minderheit und zeigt, dass die Zukunft Europas nur in einem demokratischen und solidarischen Miteinander bestehen kann, das die Rechte von Minderheiten anerkennt und schützt.

Programm der diesjährigen Preisverleihung

Die Laudatio auf Präsident Kiska wird Michael Roth (Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt) halten. Grußworte kommen von Rainer Wieland (Vizepräsident des Europäischen Parlamentes), Dr. Constanze Itzel (Direktorin des Hauses der Europäischen Geschichte) und Věra Jourová (EU-Kommissarin für Justiz,Verbraucherschutz und Gleichstellung). Sprechen werden außerdem Romani Rose (Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma) und Soraya Post (Co-Präsidentin der European Parliament Anti-Racism and Diversity Intergroup / ARDI). Der Preis wird überreicht von seinem Stifter Dr. h.c. Manfred Lautenschläger.

Der Europäische Bürgerrechtspreis der Sinti und Roma

Vor dem Hintergrund der äußerst besorgniserregenden Menschenrechtssituation der Sinti und Roma in vielen europäischen Staaten soll der Europäische Bürgerrechtspreis ein Beitrag zur Wahrung und Durchsetzung der Bürgerrechte der Angehörigen der Sinti- und Roma-Minderheiten in ihren jeweiligen Heimatländern sein. Er wurde 2007 anlässlich des 10 jährigen Bestehens des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma, vom Dokumentationszentrum, dem Zentralrat Deutscher Sinti und Roma und der Manfred Lautenschläger-Stiftung ins Leben gerufen und ist mit 15.000 Euro dotiert.

Die Schirmherrschaft des Präsidenten des Europäischen Parlamentes, Antonio Tajani, und des Generalsekretärs des Europarates, Thorbjørn Jagland, unterstreicht die Bedeutung des Europäischen Bürgerrechtspreises der Sinti und Roma außergewöhnliche Einzelpersonen oder Institutionen der Mehrheitsgesellschaft zu würdigen. Die Laureaten setzen sich beispielhaft für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit ein und sind – angesichts der langen Geschichte des Antiziganismus – Vorbilder in ihrem Bemühen die Menschenrechtssituation der Sinti und Roma zu verbessern. Die bisherigen Preisträger sind Wladyslaw Bartoszewski (†), ehemaliger Staatssekretär und außenpolitischer Berater des polnischen Ministerpräsidenten (2008), Simone Veil (†), ehemalige Präsidentin des Europäischen Parlaments (2010), Thomas Hammarberg, ehemaliger Menschenrechtskommissar des Europarats (2012), Tilman Zülch, Mitgründer und Präsident der Gesellschaft für bedrohte Völker (2014) und die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (2016).

Der Stifter des Preises

Dr. h.c. Manfred Lautenschläger ist einer der Gründer des seit 1971 bestehenden Finanzdienstleisters MLP. In der Zeit von 1984 bis 1999 fungierte er als deren Vorstandsvorsitzender und wechselte dann in den Aufsichtsrat des Unternehmens. Im Jahr 2002 rief er die Manfred Lautenschläger-Stiftung ins Leben, deren Zweck die Förderung von Wissenschaft und Forschung, Bildung und Erziehung, Kunst und Kultur sowie der Völkerverständigung ist. Manfred Lautenschläger ist Ehrendoktor der theologischen Fakultät der Universität Heidelberg, Ehrensenator der Universität Heidelberg und der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg sowie Mitglied des Universitätsrates der Universität Heidelberg. Seit Juli 2002 gehört Manfred Lautenschläger dem Kuratorium des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma an.

Zitate

Dr. h.c. Manfred Lautenschläger: „Der slowakische Staatspräsident Andrej Kiska appelliert seit Jahren mit Beharrlichkeit an die Regierung der Slowakei, mehr für die Verbesserung der Lage der Minderheit zu unternehmen und ist daher ein würdiger Preisträger des Europäischen Bürgerrechtspreises der Sinti und Roma. Ausgrenzung und Intoleranz haben häufig ihre Ursache dort, wo Unkenntnis anderer Kulturen und Nationalitäten und eine daraus resultierende Verunsicherung vorherrschen. Ich bin überzeugt, dass der Europäische Bürgerrechtspreis einen Beitrag dazu leisten kann, die Aufmerksamkeit auf die Situation der Sinti und Roma zu lenken und ihre Lebensumstände zu verbessern.“

Romani Rose: „Die diesjährige Auszeichnung des aktuellen slowakischen Staatspräsidenten, Andrej Kiska, mit dem Europäischen Bürgerrechtspreis der Sinti und Roma setzt ein Zeichen gegen die politische Spaltung Europas und für eine Politik, die den Menschenrechten, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit verpflichtet ist. Sie will insbesondere den Fokus auf die schwierige Menschenrechtssituation der Roma in Osteuropa legen. Staatspräsident Kiska hat sein politisches Amt und die damit einhergehende Präsenz in der Öffentlichkeit wiederholt dazu genutzt, der Diskriminierung von Roma in seinem Land entgegenzutreten. Er wendet sich gegen wachsenden Extremismus in der Slowakei und sieht die gesellschaftliche Teilhabe der dort seit Jahrhunderten beheimateten Roma als entscheidende Aufgabe für die Gesamtgesellschaft in den nächsten zehn Jahren.“

Die wichtigsten Daten im Überblick:

Wann?           
19. März 2019, um 17:15 Uhr

Wo?                
Haus der Europäischen Geschichte
Rue Belliard 135
1000 Brüssel (Belgien)

Akkreditierung:

Wenn Sie Interesse an einer Teilnahme haben, bitten wir Sie, sich per Mail an presse@sintiundroma.de anzumelden.

Bitte beachten Sie: Aufgrund der Sicherheitsbestimmungen ist es äußerst wichtig, dass wir die Namen aller teilnehmenden Personen im Vorfeld wissen. Um Problemen beim Einlass vorzubeugen, bitten wir Sie, auch Begleitpersonen wie Fotografen oder Kameraleute mit Namen anzumelden.

Weitere Fragen beantwortet Ihnen gerne Thomas Baumann, Wissenschaftlicher Mitarbeiter für Presse-, Öffentlichkeits- und Antirassismusarbeit im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma (Telefon: 06221 98 11 26; Mail: thomas.baumann@sintiundroma.de). Sollten Sie Interesse an einem Gespräch mit dem Preisträger Präsident Andrej Kiska, dem Vorsitzenden des Zentralrats Romani Rose oder dem Preisstifter Dr. Manfred Lautenschläger haben, so geben Sie dies bitte ebenfalls bei Ihrer Akkreditierung an.

Weitere Informationen unter www.sintiundroma.de/brp-2019.html 

Unter der Schirmherrschaft des Präsidenten des Europäischen Parlaments,  Herrn Antonio Tajani, und des Generalsekretärs des Europarats, Herrn Thorbjørn Jagland

Coverbillede: Laureat Präsident Andrej Kiska, (c) Kancelária prezidenta SR

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