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Wanderausstellung "Was heißt hier Minderheit?" in Leer eröffnet

28.07.2022

Am 25.07.2022 wurde die interaktive Wanderausstellung "Was heißt hier Minderheit?" im Foyer der Sparkasse in Leer (Ostfriesland) mit einer Vernissage und zahlreichen Gästen aus Politik, Kultur und Minderheiten eröffnet. 

Nach der Begrüßung durch Gastgeber Carsten Rinne, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Leer-Wittmund, sprach sich Rico Mecklenburg, Präsident der Ostfriesischen Landschaft, für interkulturelle Toleranz und Verständigung zwischen der Mehrheitsgesellschaft und den vier autochthonen Minderheiten und Volksgruppen aus.

MdB Gitta Connemann (CDU/CSU), die selbst gebürtige Friesin ist, verwies auf die Wichtigkeit der europäischen Beziehungen, da in vielen Ländern Minderheiten noch heute mit Ablehnung und sogar Verfolgung begegnet werden. Frau MdB Connemann hatte sich maßgeblich dafür eingesetzt, die Ausstellung nach Ostfriesland zu bringen.

Dieter Baumann hieß als stellvertretender Landrat des Landkreises Leer und Landschaftsrat die Besucher auf Platt willkommen und zeigte, dass Minderheiten- und Regionalsprachen gleichberechtigt zur bundesweiten Amtssprache Deutsch anzusehen sind.

Der Kurator der Ausstellung, Dr. Robert Lorenz, stellte die Wanderausstellung vor und machte die Besucher im darauffolgenden Rundgang auf die Besonderheiten der Ausstellung aufmerksam, die Tradition wie Moderne, Reflexion als auch Selbstwahrnehmung anschaulich und interaktiv in den Blick nimmt.

Bernd Grünefeld, Mitglied des Projektteams der Wanderausstellung für die Ostfriesische Landschaft, sprach ebenfalls auf Plattdeutsch über die Herausforderungen der Ausstellung und betonte, dass die Ausstellung ein Bild von den Minderheiten, Volksgruppen sowie den Regionalsprechern aufzeige, welches sich nicht auf stereotype Klischees stützt, sondern durch lebendige Begegnungen und Reflexionen aufwertet.

Der Abend wurde von der grenzüberschreitenden Musikgruppe „Brückenbauer“, die niederdeutsche Lieder sang, musikalisch umrahmt. Das Duo besteht aus dem ostfriesischen Folkmusiker Otto Groote und dem niederländischen Folkmusiker Bert Hadders.

Die Mehrheit der Bevölkerung Ostfrieslands bekennt sich als ostfriesisch, allerdings gehören Ostfries*innen bundesweit zur Minderheit. Neben den Ost-, Sater- und Nordfriesen, gehören auch die deutschen Sinti und Roma, die dänische Minderheit sowie die Lausitzer Sorben zu den vier anerkannten autochthonen nationalen Minderheiten und Volksgruppen Deutschlands. Die Ausstellung ist bis zum 31.08.2022 im Foyer der Sparkasse in Leer  zu sehen und kann kostenfrei und ohne vorherige Anmeldung werktags besucht werden (bitte die entsprechenden dortigen Corona-Regelungen beachten).

Die Ausstellung ist als Gemeinschaftsprojekt des Minderheitenrates der vier autochthonen nationalen Minderheiten und Volksgruppen Deutschlands und des Bundesraat för Nedderdüütsch entstanden und wird durch das Bundesministerium des Innern und für Heimat gefördert. Sie wurde im März 2022 erstmals im Deutschen Bundestag präsentiert und wird bis 2027 an zahlreichen Orten in Deutschlands Station machen.

(Quelle: Minderheitensekretariat, Ostfriesen-Zeitung v. 27.07.2022)

Coverbillede: Die Gruppe „Brückenbauer“ untermalte die Ausstellungseröffnung in der Sparkasse Leer-Wittmund musikalisch auf Platt. (Photo: Reinhard Former)

Interfriesisches Treffen anlässlich der Ausstellungseröffnung in Leer: v.l.n.r.: Dieter Baumann, stellv. Landrat Landkreis Leer, Arno Ulrichs, Vorsitzender des Friesenrates Sektion Ost und Bürgermeister der Gemeinde Ihlow, Ilse Johanna Christiansen, Vorsitzende des Friesenrates Sektion Nord und Mitglied des Minderheitenrates, MdB Gitta Connemann, Abgeordnete des Deutschen Bundestages für den Wahlkreis Unterems, Henk Wolf, Beauftragter für Saterfriesisch bei der Oldenburgischen Landschaft, Karl-Peter Schramm, Seelter Buund, Mitglied des Minderheitenrates (Foto: Reinhard Former).
Ilse Johanna Christiansen, Vorsitzende des Friesenrates Sektion Nord, im Gespräch vor dem Ausstellungselement der deutschen Sinti und Roma. (Photo: Reinhard Former)
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