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Aktion "sroka" zur Vogelhochzeit 2020 bei den Sorben

24.01.2020

Im Januar werden in vielen Bäckereien der Oberlausitz Teig- und Baiser Vögel verkauft – eine Tradition, die an den sorbischen Brauch der Vogelhochzeit am 25.01. jeden Jahres erinnert.

Diese Tradition aufgreifend startete die Załožba za serbski lud / Stiftung für das sorbische Volk mit Unterstützung des Lions Club Bautzen-Lusatia und der Bäckerinnung Bautzen im vorigen Jahr die Initiative „sroka“, die auch im Jahr 2020 fortgeführt wird. In einem großen Teil der Bäckereien und ihren Filialen in und um Bautzen und Kamenz wird das Vogelgebäck mit "sroka", dem sorbischen Wort für "Elster", ausgeschildert und unter diesem Namen verkauft, um dadurch eine Verbindung zum sorbischen Brauch herzustellen.

Begleitet wird diese Aktion mit Informationsmaterial zur Aktion und zum Brauch – mit passend bedruckten Tüten für die Geschäfte, ergänzenden Aushängen sowie mit aktiver Öffentlichkeitsarbeit. 

Auf lockere Art und Weise soll Informatives zu einem beliebten sorbischen Brauch geboten und gleichzeitig den Lausitzern und ihren Gästen ein kleiner Einblick in die sorbische Kultur gewährt werden.

Die Vogelhochzeit (Ptači kwas) am 25. Januar - ein beliebter sorbischer Winterbrauch

Was wird gefeiert?
Der Ursprung und Sinn dieses Brauches beruht wahrscheinlich auf mystischen Vorstellungen unserer Vorfahren aus heidnischer Zeit. Durch Speiseopfer glaubte man die Gunst der Naturgötter zu gewinnen. Außerdem beobachtete das Volk, dass viele Vögel um diese Jahreszeit schon Eier legten, also musste zuvor Hochzeit gefeiert werden.
Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts wandelte sich der Glaube: aus den Opfergaben an Ahnen oder Götter wurden Liebesgaben an die Kinder: die Kinder werden zu Beschützern der Vogelwelt und zur Vogelhochzeit wird ihnen dafür gedankt.

Und was bedeutet "sroka"?
Am Vorabend des 25. Januar stellen die Kinder Teller auf das Fenster oder vor die Tür, damit die Vögel über Nacht Süßes darauf legen. Meist ist dieses Gebäck in Vogel- und Nestform. Besonders beliebt sind die leckeren Teigvögel, auf sorbisch sroka / Elster genannt, die Vogelbraut.

Von besonderem Reiz sind in den sorbischen Kindergärten die Umzüge in originalgetreuen Hochzeitstrachten der jeweiligen Region. Man kann sie bei den katholischen und evangelischen Sorben der Oberlausitz, aber auch in einzelnen Orten der Niederlausitz sowie um Schleife und Hoyerswerda bewundern. Wie bei einer echten Hochzeit führt der Hochzeitsbitter im schwarzen Anzug, mit Stock und Zylinder den Hochzeitszug an. Hinter Braut und Bräutigam schreiten zwei Patinnen, dann die Brautjungfern und zum Schluss als Vögel verkleidete Hochzeitsgäste. In fröhlicher Stimmung ziehen sie durch das Dorf und bedanken sich mit einem Ehrenbesuch bei all denen, die zur Vorbereitung des Festes beigetragen haben.

Die Vogelhochzeit ist einer der schönsten Kinderbräuche der Ober- und Niederlausitz. In den Kindergärten und Schulhorten wird er als Fest den ganzen Tag gefeiert.

Das Sorbische National-Ensemble (SNE) präsentiert jedes Jahr ein vergnügliches Programm zur Vogelhochzeit. Die Termine erfahren Sie hier.

Quelle: Broschüre "Sorbische Bräuche im Jahreskreis", erhältlich in der Sorbischen Kulturinformation (SKI) Bautzen
Pressemitteilung der Stiftung für das sorbische Volk

Plakat für die Bäckereigeschäfte zur Vorgelhochzeit / ptači kwas (Quelle: Stiftung für das sorbische Volk)
Bedruckte Tüten für die Bäckereien und Vogelgebäck (Quelle: Stiftung für das sorbische Volk)
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