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Zusammenleben von Dänen und Deutschen für UNESCO-Liste nominiert

08.02.2019 - Artikel in den Kieler Nachrichten vom 7. Februar 2019 -> zum Artikel

Kopenhagen/Kiel: Dänemark wünscht sich, dass das Zusammenleben von Dänen und Deutschen in der Grenzregion in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen wird. Kulturministerin Mette Bock kündigte am Dienstag an, das deutsch-dänische Grenzgebiet als Modell friedlicher Koexistenz für die Liste der Kulturorganisation der Vereinten Nationen zu nominieren.

100. Jahrestag der Grenzziehung
Dass über den Antrag im kommenden Jahr entschieden werden solle, könne angesichts des 100. Jahrestages der Grenzziehung zwischen Dänemark und Deutschland zu keinem besseren Zeitpunkt kommen.

„Das dänisch-deutsche Grenzgebiet ist ein vorbildliches Beispiel dafür, wie auf beiden Seiten der Grenze eine friedliche Koexistenz von Minderheit und Mehrheit erreicht werden kann - und das trotz einer Geschichte mit Kriegen und Konflikten“, sagte Bock.
Wenn wir in die Welt schauen, ist das ziemlich einzigartig.“ Das Beispiel könne anderen Orten als Musterbeispiel dienen.

Großartiger Erfolg
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sagte der dpa: „Es ist ein großartiger Erfolg, dass das Modell des Miteinanders von Minderheiten und Mehrheiten in unserer Grenzregion für die internationale Liste der Unesco nominiert wird.“

Er dankte Bock für die Unterstützung des gemeinsamen Antrags von dänischer und deutscher Minderheit und zeigte sich ebenfalls überzeugt, dass „unser Minderheitenmodell anderen Regionen in der Welt als gutes Praxisbeispiel und Inspiration dienen kann“.

Der Minderheitenbeauftragte Johannes Callsen sagte: „Gemeinsam mit unseren Partnern in Dänemark und den Organisationen der beiden Minderheiten können wir stolz sein auf das, was wir bisher erreicht haben.“

Immaterielles Kulturerbe
Die Organisationen der Minderheiten, die Sydslesvigsk Forening (SSF) und der Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN), hatten Anfang 2018 gemeinsam in Deutschland und Dänemark beantragt, das Zusammenleben von Mehrheiten und Minderheiten im deutsch-dänischen Grenzland als immaterielles Kulturerbe anzuerkennen.

„Wir sind sehr dankbar, dass die dänische Regierung nun stellvertretend für beide Staaten den Vorschlag an die UNESCO heranträgt“, sagte der SSF-Vorsitzende Jon Hardon Hansen. Nach Ansicht des BDN-Vorsitzenden Hinrich Jürgensen wäre dies „die Krönung für die Arbeit von Generationen, wenn unser Minderheitenmodell im Jubiläumsjahr 2020 diesen besonderen Status erlangt“.

Freundschaftsjahr 2020
Deutschland und Dänemark haben das Jahr 2020 zum „Deutsch-Dänischen Kulturellen Freundschaftsjahr“ erklärt. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hatte dazu kürzlich gesagt: „Die deutsch-dänischen Beziehungen waren nie besser als heute.“ 

Deutschland und Dänemark seien gute Nachbarn und das Verhältnis der Minderheiten beiderseits der Grenze vorbildlich.

Quelle: RND/dpa

cover picture: Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) steht in Kopenhagen bei einem Besuch im Kulturministerium neben der dänischen Ministerin für Kultur, Mette Bock. Quelle: Carsten Rehder/dpa/Archivbild

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