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Sechster Bericht zur Lage des sorbischen Volkes vorgelegt - Kabinettssitzung im Haus der Sorben

27.09.2022

Die Sächsische Staatsregierung hat am 27. September 2022 den sechsten Bericht zur Lage des sorbischen Volkes auf der auswärtigen Kabinettssitzung in Bautzen zur Kenntnis genommen. Dieser wird nun gemäß Sächsischem Sorbengesetz dem Sächsischen Landtag zugeleitet. Der Bericht wurde unter Federführung des für die Angelegenheiten der Sorben zuständigen Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus erarbeitet. Beteiligt waren neben den Sächsischen Staatsministerien der Rat für sorbische Angelegenheiten, die Domowina - Bund Lausitzer Sorben e.V., die Stiftung für das sorbische Volk sowie das Evangelische Büro Sachsen und das Katholische Büro Sachsen. Ziel des Berichtes ist es, den Sächsischen Landtag über Sachverhalte zum Leben des sorbischen Volkes im Freistaat Sachsen zu informieren.

Der Bericht hält fest, dass die nationale Minderheit der Sorben in Sachsen entsprechend dem verfassungsmäßigen Auftrag gefördert und den aktuellen Erfordernissen entsprechend unterstützt wird. Schwerpunkte des Berichtes sind das sorbische Volk als anerkannte nationale Minderheit, die Rahmenbedingungen auf europäischer Ebene, Bundesebene, Landesebene und kommunaler Ebene, die sorbische Sprache und die besondere Bedeutung des Erhalts und der Anwendung der sorbischen Sprache, politische Aktivitäten, Erziehung, Bildung und Wissenschaft, Jugend, Medien, Kultur, Wirtschaft, Planung, Tourismus und länderübergreifende Arbeit. Die Themenschwerpunkte Digitalisierung, internationale Zusammenarbeit sowie Klimawandel und naturräumliche Veränderungen und deren Folgen für das Siedlungsgebiet wurden zusätzlich einbezogen.

»Wir wollen die sorbische Sprache und Identität schützen, um so einen wichtigen Teil unseres kulturellen Reichtums in Sachsen für die Zukunft zu bewahren. Dazu dienen unsere gemeinsamen Bemühungen um die Förderung der sorbischen Sprache, Kultur und Überlieferung. Der Bericht zur Lage des sorbischen Volkes gibt uns wichtige Hinweise, wie die bisherigen Maßnahmen umgesetzt worden sind und welche Schwerpunkte wir weiter setzen müssen. Ich bin froh, dass wir mit dem Vierten Finanzierungsabkommen für die Stiftung für das Sorbische Volk eine gute und verlässliche finanzielle Grundlage für die Förderung der sorbischen Sprache und Kultur gelegt haben. Die Sächsische Staatsregierung ist sich bewusst, dass auf breiter Ebene weitere Anstrengungen notwendig sind, um den Erhalt und die Fortentwicklung von sorbischer Sprache, Kultur und Überlieferung auch perspektivisch zu sichern«, sagt Staatsministerin Barbara Klepsch.

»Das sorbische Volk ist ein fester Bestandteil unserer Heimat. Die Zweisprachigkeit der Lausitz, Bräuche wie das Osterreiten bis hin zur moderner sorbischen Kunst bereichern die kulturelle Landschaft in Sachsen. Diesen Schatz auf unterschiedlichster Weise zu bewahren und die dafür erforderlichen finanziellen Mittel bereitzustellen, ist für die Sächsische Staatsregierung ein wichtiges Anliegen. Der Sechste Bericht zur Lage des sorbischen Volkes bietet für diese Arbeit wichtige Einblicke. Indem wir uns für die Belange der Sorbinnen und Sorben einsetzen, unterstützen wir auch ein Stück unserer sächsischen Identität«, sagt Ministerpräsident Michael Kretschmer.

Dawid Statnik, Vorsitzender der Domowina: »Als sorbischer Dachverband begrüßen wir es, dass der Bericht über die Lage unseres Volkes in Sachsen inzwischen in der Mitte der Legislaturperiode vorgelegt wird. Damit hat der Landtag bis zu den nächsten Wahlen noch hinreichend Zeit, sich intensiv mit diesem umfangreichen Dokument zu befassen und gegebenenfalls gemeinsam mit der Interessenvertretung des sorbischen Volkes, zu der neben der Domowina u.a. auch der Rat für sorbische Angelegenheiten zählt, die erforderlichen Schlussfolgerungen zu ziehen. Dass die Kabinettssitzung bei uns im Haus der Sorben/Serbski dom in Bautzen/Budyšin stattgefunden hat, ist zugleich ein beeindruckendes Zeichen des Miteinanders von Landespolitik und Sorbinnen und Sorben bei der Ausgestaltung des Alleinstellungsmerkmals der Lausitz, das die sorbische Sprache und Kultur darstellen. Seit zweieinhalb Jahren kooperieren wir in der Kampagne »Sorbisch? Na klar.«, die unserem Herzensanliegen starken Rückenwind gibt: der gleichberechtigten und gleichwertigen Präsenz der sorbischen Sprache in der gesellschaftlichen Kommunikation in der Lausitz. Schön, dass wir gerade an diesem Tag in Bautzen/Budyšin zu einer weiteren Arbeitsberatung der Kampagne »Sorbisch? Na klar.« zusammenkommen. Wir möchten den heutigen Termin mit dem Kabinett zum Anlass nehmen und die Zusammenarbeit mit der Staatsregierung intensivieren.«

Der Maßnahmenplan zur Ermutigung und zur Belebung des Gebrauchs der sorbischen Sprache bildet einen Schwerpunkt des Berichts. Zu diesem Maßnahmenplan gehört auch die Kampagne »Sorbisch? Na Klar.« des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus die seit über zwei Jahren in den Blick nimmt, welchen großen Mehrwert die Zweisprachigkeit in der Oberlausitz hat. Herzstück der Kampagne ist das Onlinemagazin mit Interviews und Hintergrundberichten zum Gebrauch und zum Mehrwert der sorbischen Sprache. Auf Social Media ist »Sorbisch? Na klar.« inzwischen das stärkste Portal zu sorbischen Themen und hat annähernd 2000 Follower. Die Umsetzung der Kampagne begleitet ein fachlicher Beirat unter Vorsitz von Staatsministerin Barbara Klepsch. Im Regierungsentwurf zum Doppelhaushalt 2023/24 sind Mittel zur Fortführung der Kampagne enthalten. Zukünftig kann die Kampagne »Sorbisch? Na klar.« auch als ressortübergreifendes Thema wahrgenommen, verstetigt und ausgebaut werden.

Als Landesmaßnahme mit dem stärksten Bezug zur sorbischen Sprache und Kultur wird seit 2020 durch das Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus, den Landkreis Bautzen und die Stiftung für das sorbische Volk das Projekt »Sorbisches Wissensforum am Lauenareal« in Bautzen vorbereitet. Am 29.09.22 wird der Stiftungsrat der Stiftung für das sorbische Volk sich mit den weiteren wichtigen Umsetzungsschritten, u.a. der Auslobung eines Architektenwettbewerbs, befassen.

Ebenso berichtet wird zum aktuellen Vierten Abkommen über die gemeinsame Finanzierung der Stiftung für das sorbische Volk, das am 20. Juli 2021 unterzeichnet wurde. Im Regierungsentwurf des Doppelhaushalts 2023/24 wurden Mittel entsprechend dem Artikel 1 des 4. Abkommens zur Finanzierung der Stiftung für das sorbische Volk in Höhe von rund 7,97 Mio. Euro pro Jahr angemeldet. Darüber hinaus wurden im Regierungsentwurf des Doppelhaushalts 2023/24 gemäß Artikel 2 des Abkommens 130.000 Euro pro Jahr für Digitalisierungsprojekte angemeldet.

(Quelle: Pressemitteilung Sächsisches Staatsministerin für Kultur und Tourismus, 27.09.2022)

Jan Budar, Vorsitzender der Stiftung für das sorbische Volk, und Dawid Statnik, Vorsitzender der Domowina (v.l.), auf der Sitzung des sächsischen Kabinetts im großen Saal des Hauses der Sorben in Bautzen/Budyšin. (Foto: Jurij Helgest)
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