Aktuelles

Digitales Projekt zur Dialektdokumentation des Plattdeutschen und Saterfriesischen

15.03.2022

Endlich ist es soweit: Das digitale Projekt „Äsop op Platt“ beginnt. Das Kooperationsprojekt der Universität Oldenburg und der Ostfriesischen Landschaft möchte alle Platt- und Saterfriesischsprecherinnen und -sprecher dazu einladen, mitzumachen.

„Äsop op Platt“ ist in ein internationales Projekt zur Dokumentation europäischer Dialekte sowie Regional- und Minderheitensprachen. Ziel der Studie in Niedersachsen ist es, den von Dr. Philippe Boula de Mareüil von der Université Paris-Saclay und dem interdisziplinären Institut für digitale Wissenschaften initiierten „klingenden Atlas“ der Minderheitensprachen in Europa um die Regional- und Minderheitensprachen Niedersachsens zu erweitern (https://atlas.limsi.fr/?tab=EU). Bei dem Projekt sollen Sprachkarten erstellt werden, auf denen man sich verschiedene niederdeutsche und saterfriesische Mundarten anhören kann. Als Grundlage dient die Äsop-Fabel „Nordwind und Sonne", die in die jeweiligen Ortsdialekte übertragen und vorgelesen werden soll. Durch die Ostfriesische Landschaft und die Universität Kiel wurden bereits Plattdeutschsprecherinnen und -sprecher aus Ostfriesland und Schleswig-Holstein aufgenommen (https://atlas.limsi.fr/?tab=SH). Nun wollen die Universität Oldenburg und die Ostfriesische Landschaft mit Hilfe aller Plattdeutsch- und Saterfriesischsprecherinnen und -sprecher den Atlas um die plattdeutschen und saterfriesischen Varietäten des übrigen Niedersachsens erweitern.

Alle Sprecherinnen und Sprecher der niedersächsischen Regional- und Minderheitensprachen sind herzlich eingeladen, auch ohne vorherige Absprache mitzumachen. Auf der Projekthomepage finden Sie alle relevanten Informationen: die hochdeutsche Vorlage von Äsops Fabel „Nordwind und Sonne“, einige Hinweise zur Aufnahme sowie die Möglichkeit, die eigene Audiodatei samt jeweiliger Übersetzung und einige relevante Informationen über die jeweilige Sprecherin oder den jeweiligen Sprecher über eine Eingabemaske direkt hochzuladen. Jede Aufnahme ist willkommen, denn jede von ihnen macht den klingenden Sprachatlas zu einem noch interessanteren Hörerlebnis. Darüber hinaus sind alle Aufnahmen für weitere sprachwissenschaftliche Auswertungen wertvoll.

„Mit dem Projekt möchten wir nicht nur einen Beitrag zur Dialektdokumentation der plattdeutschen und saterfriesischen Sprache leisten. Wir möchten auch die Vielfalt der Sprachen und damit den kulturellen Reichtum Niedersachsens hörbar machen“, so Grietje Kammler, Leiterin des Plattdüütskbüros der Ostfriesischen Landschaft. „Wir denken, dass „Äsop op Platt“ eine schöne Gelegenheit für die Sprecherinnen und Sprecher darstellt, einmal aktiv und unkompliziert an einem Projekt zur Dokumentation ihres Ortsdialekts teilzunehmen“, sagt Heike Schoormann, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Oldenburg. „Die Äsop-Fabel wurde bereits für eine Vielzahl von wissenschaftlichen Studien und Sprachbeschreibungen verwendet. Es wäre wunderbar, wenn wir zahlreiche Beiträge von Sprecherinnen und Sprechern aus Niedersachen bekämen, die diesen Sprachschatz um ihren Dialekt erweitern.“

Mitmachen können alle Platt- und Saterfriesischsprecherinnen und -sprecher auf der Projekthomepage: uol.de/aesop-op-platt.

Für Rückfragen stehen Heike Schoormann, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Oldenburg (Institut für Germanistik, Komponente Niederdeutsch und Saterfriesisch), und Grietje Kammler, Leiterin des Plattdüütskbüros der Ostfriesischen Landschaft, gerne zur Verfügung: heike.schoormann@uni-oldenburg.de oder kammler@ostfriesischelandschaft.de

(Pressemitteilung und Photo: Ostfriesische Landschaft, 15.03.2022)

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