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Minderheitenrat: Öffentlich-rechtlicher Rundfunk wichtiger Partner für Minderheiten in Deutschland

22.09.2020

Stand und Ausblick der Einbindung von Themen und Sprachen der vier autochthonen nationalen Minderheiten und Volksgruppen in Deutschland in die Programmarbeit von MDR und NDR war Gegenstand eines Spitzengesprächs von Vertreterinnen und Vertretern des Minderheitenrates und der Intendantin des MDR, Prof. Dr. Karola Wille und dem Intendanten des NDR, Joachim Knuth, am 21.9.2020 in Berlin.

Seitens der vier Minderheiten nahmen an dem Treffen teil: Dawid Statnik, Vorsitzender der Domowina und des Minderheitenrates, Anja Reuss, Politische Referentin des Zentralrat Deutscher Sinti und Roma, Heinrich Bahnsen, stellv. Vorsitzender des Frasche Rädj/Friesenrat Sektion Nord und stellv. Vorsitzender des Nordfriesischen Vereins sowie Jens A. Christiansen, Generalsekretär des Sydslesvigsk Forening (SSF). Die ARD war neben anderen durch ihre Generalsekretärin Dr. Susanne Pfab vertreten.

Prof. Dr. Karola Wille, Intendantin des MDR: „Angebote für die sorbische Minderheit sind seit Jahren fester Bestandteil der MDR-Programmfamilie. 2020 haben wir die Sendezeit unseres sorbischen Radioprogramms verlängert und dieser Tage ein hochmodern eingerichtetes Studio in Bautzen/Budysin bezogen. Den damit eingeschlagenen Weg wollen wir gern fortsetzen, benötigen dafür aber klare Entscheidungen der Politik zur Höhe des Rundfunkbeitrags ab 2021.“

Der Vorsitzende des Minderheitenrats, Dawid Statnik (Domowina – Bund Lausitzer Sorben), erklärt dazu: „Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist für uns Minderheiten ein unverzichtbarer Sprachträger und eine relevante Kommunikationsplattform. Die Minderheiten in Deutschland dringen auf eine Verstetigung und einen Ausbau der öffentlich-rechtlichen Angebote in ihren jeweiligen Sprachräumen. Dies entspricht auch den Empfehlungen des Europarates welche sich insbesondere im Artikel 11 der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprache wiederfinden. Genannte Charta trat in Deutschland im Jahr 1999 in Kraft. In diesem Sinne bemühen wir uns um eine Erweiterung der bisherigen Sendezeit insbesondere im NDR. Zugleich mahnen wir die Politik, dem Pluralitätsgebot Rechnung tragend, weitere Vertreterinnen und Vertreter der Minderheiten für die Aufsichtsgremien der Rundfunkanstalten vorzusehen.“

Joachim Knuth, Intendant des NDR äußerte sich abschließend: „Sich gegenseitig zu verstehen hat nicht immer etwas mit Sprache zu tun. Ich freue mich, dass wir heute im direkten Austausch viele Themen ansprechen und klären konnten. Der Norddeutsche Rundfunk ist für alle da und wir wissen um den unschätzbaren Wert einer offenen und pluralen Gesellschaft. So bleiben wir unserem Anspruch und Auftrag treu und geben den Minderheiten aus dem Norden gerne eine Stimme in unseren Programmen.

Der Minderheitenrat freut sich darauf, zu Beginn des nächsten Jahres an dieses Gespräch anzuknüpfen. Der Vorschlag des Intendanten des NDR, eine digitale Plattform für Sprachen und Themen der Minderheiten Norddeutschlands zu entwickeln, ist auf den Zuspruch des Minderheitenrates gestoßen. Für das kommende Treffen wollen die Minderheiten inhaltliche wie konzeptuelle Vorschläge für eine solche Plattform entwerfen.

Foto baven: Joachim Knuth (Intendant NDR), Prof. Dr. Karola Wille (Intendantin MDR), Dr. Susanne Pfab (Generalsekretärin ARD), Jens A. Christiansen (Generalsekretär des Sydslesvigsk Forening), Anja Reuss (Politische Referentin Zentralrat Deutscher Sinti und Roma), Heinrich Bahnsen (stellv. Vorsitzender des Frasche Rädj/Friesenrat Sektion Nord und stellv. Vorsitzender des Nordfriesischen Vereins), Dawid Statnik (Vorsitzender der Domowina und des Minderheitenrates), Bogna Koreng (Studioleiterin in Bautzen, MDR).

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