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Beratender Ausschuss für Fragen des sorbischen Volkes traf sich in Čorny Chołmc/Schwarzkollm

25.11.2019

Unter Leitung des Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten Dr. Bernd Fabritius tagte am 19. November in Schwarzkollm der Beratende Ausschuss für Fragen des sorbischen Volkes beim Bundesinnenministerium.

Beteiligt an den Beratungen waren als Vertreter des Dachverbandes Domowina - Bund Lausitzer Sorben -deren Vorsitzender Dawid Statnik sowie die stellvertretenden Vorsitzenden Marko Hančik/Hantschick und William Janhoefer. Die Stiftung für das sorbische Volk war durch die Stiftungsratsvorsitzende Susann Šenkec/Schenk und dem Stiftungsdirektor Jan Budar vertreten. Die Bundestagsabgeordneten Torsten Herbst (FDP), Stephan Kühn (Bündnis90/Die Grünen) und Karsten Hilse (AfD) nahmen ebenfalls an den Beratungen teil, des Weiteren auch Vertreter des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat sowie der Länder Brandenburg und Sachsen. Gäste des Ausschusses waren der Beauftragte des Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg für die Lausitz, Dr. Klaus Freytag, sowie der Koordinator für die Strukturentwicklung in den sächsischen Braunkohlerevieren in der sächsischen Staatskanzlei, Dr. Stephan Rohde, die Leiterin des Minderheitensekretariats, Judith Šołćina/Scholze, und als Jugendvertreterin Andrea Chěžcyna/Keschke, die als Redakteurin beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) zuständig für das sorbische Jugendprogramm ist.

Grundlage der Diskussion bildete der Bericht des Vorsitzenden der Domowina zur Situation des sorbischen Volkes. Neben der Einschätzung aktueller Entwicklungen auf dem Gebiet der Sprachförderung und der rechtlichen Rahmenbedingungen betonte er, die Sprachförderung und Vermittlung müsse weiter das Primat bei der Förderung des sorbischen/wendischen Volkes haben. Ein wichtiges Zukunftsthema sei, unterstrichen die Vertreter der Sorben, im Rahmen des nächsten Finanzierungsabkommens die finanzielle Grundlage der Stiftung für das sorbische Volk deutlich zu erhöhen. Statnik sagte dazu: „Bei der künftigen Förderung sind solche Herausforderungen wie die Digitalisierung, die Unterstützung weiterer Sprachräume und die Regionalisierung von Angeboten von zentraler Bedeutung.“

Einen großen Teil nahm der Bericht über die Jugend- und Nachwuchsarbeit ein. Andrea Chěžcyna/Keschke ist stellvertretende Leiterin der sorbischen Redaktion des MDR und Leiterin des sorbischen Jugendprogramms Radio SATKULA. Sie erläuterte die Nachwuchsarbeit des Senders und die Bemühungen Redaktion jungen Sorbinnen und Sorben journalistische Berufe nahezubringen.

Die Beauftragten für den Strukturwandel in der Lausitz des Freistaates Sachsen und des Landes Brandenburg, Dr. Stephan Rohde und Klaus Freytag, informierten über den aktuellen Stand des Strukturstärkungsgesetzes. Die Anwesenden waren sich einig darüber, dass die sorbischen Themen beim Strukturwandel Beachtung finden müssen. Wie Dawid Statnik sagte, gehe es dabei nicht nur um die Frage der Arbeitsplätze, „sondern vor allem auch um Möglichkeiten, die regionale Identität und die sorbische Sprache zu stärken. Der Schaden, der dem sorbischen Volk durch die Jahrzehnte dauernde Abbaggerung und die damit verbundene Vernichtung des sorbischen Siedlungsgebietes angetan wurde, muss bei der Strukturentwicklung beachtet werden.“

Weitere Themen waren unter anderem die zweisprachige Beschilderung von Autobahnen, das Recht auf die sorbische Schreibweise weiblicher Namen in Ausweisen und die Ratifizierung der ILO-Konvention 169.

An der Ausschusssitzung am 19. November in Schwarzkollm nahmen auch die Bundestagsabgeordneten Torsten Herbst (FDP), Stephan Kühn (Bündnis 90/Die Grünen) und Karsten Hilse (AfD) teil.

Quelle: Pressemitteilung der Domowina

hoodbil: Beauftragter Fabritius mit den TeilnehmerInnen der Sitzung des Beratenden Ausschusses für Fragen des sorbischen Volkes vor der Krabatmühle in Čorny Chołmc/Schwarzkollm, Lausitz; Quelle: Gernot Menzel / HY-Photo

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