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Beratender Ausschuss für Fragen der friesischen Volksgruppe lud ins Saterland ein

29.08.2022

Am 29. August tagte der Beratende Ausschuss für Fragen der friesischen Volksgruppe. Die Sitzung wurde von der Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten MdB Natalie Pawlik geleitet. Erstmals seit Beginn der Pandemie fand die Sitzung nicht nur online als Videokonferenz statt, sondern wurde vor Ort im Rathaus/Räidhúus der Gemeinde Saterland/Seelterlound durchgeführt.

Vertreter*innen friesischer Organisationen aus dem Saterland sowie Nord- und Ostfriesland berichteten von ihren Aktivitäten und Schwerpunkten. Zu den aktuellen Herausforderungen zählen die Stärkung von Verbands- und Gremienstrukturen, die bisher größtenteils ehrenamtlich agieren, sowie die Erhöhung und Verstetigung der Förderung für die frieisische Volksgruppe. Der Minderheitenbeauftragte des Landes Schleswig-Holstein Johannes Callsen stellte die aktuelle Entwicklung der Friesenstiftung (Friisk Stifting) vor, die sich noch im Aufbau befindet und künftig für die Förderung der friesischen Volksgruppe in Schleswig-Holstein zuständig sein wird.

Des Weiteren wurden seitens der friesischen Verbände bessere Rahmenbedingungen für den Friesischunterricht gefordert. Hier seien insbesondere der Mangel an Friesischlehrer*innen, die Entwicklung professioneller Strukturen zur Erstellung von Unterrichtsmaterial  und eine Aufwertung des Schulfaches Friesisch wichtige Schwerpunkte. Auch müsse der Unterricht ortsnah und verstetigt angeboten werden.

Ein weiteres zentrales Thema war der vom Friesenrat Sektion Nord e.V. und Friisk Foriining e.V. vorgelegte Bericht über die Diskriminierung des Friesischen durch das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA), das geografische Herkunftsbezeichnungen und Begriffe in Friesischer Sprache im Gegensatz zu vergleichbaren deutschen als markenrechtlich nicht schutzunfähig eingestuft hatte. Damit konnten sich zwei Unternehmen die Rechte an der Herkunftsbezeichnung "Öömrang" (Amrum) sowie dem friesischen Wahlspruch "Rüm hart, klaar kiming" (Weites Herz, klarer Horizont) sichern. 

Auf der Tagesordnung stand auch die Jugendarbeit. Hierzu wurden aktive junge Fries*innen eingeladen und berichteten dem Beratenden Ausschuss über ihre Aktivitäten im Bereich Sprach- und Minderheitenarbeit. Trotz wachsendem Interesse von Jugendlichen an der friesischen Sprache sei vor allem die geringe Zahl der Muttersprachlern unter den Jugendlichen eine Herausforderung.

Zum Abschluss hob die Bundesbeauftragte Natalie Pawlik hervor, dass sich in der friesischen Volksgruppe sehr viele Menschen ehrenamtlich betätigen und auf diese Weise das friesische Leben aufrechterhielten. Diese Aufgabe müsse jedoch durch nachhaltigere strukturelle Rahmenbedingungen besser unterstützt werden. Hierfür werde sie sich einsetzen. 

(Quelle: Minderheitensekretariat, 29.08.2022)

hoodbil: (Foto: Minderheitensekretariat)

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