Aktualne

Das Leben des Sinto Zoni Weisz: „Ich bin ein Blumenkind“

07.01.2019 - Als siebenjähriger Junge entkam der niederländische Sinto Zoni Weisz der Deportation. Seine Eltern und Geschwister wurden in Konzentrationslagern ermordet. In der Multimedia-Reportage des Deutschlandfunks erinnert er sich an die „Zigeuner-Razzia“, den Verlust der Familie und seinen persönlichen Kampf gegen das Vergessen.

Albträume und Schuldgefühle begleiteten ihn als Kind und die Frage nach dem Verbleib der Familie. Über sein Leben und über die Verfolgung der Sinti und Roma durch die Nazis hat Zoni Weisz ein Buch geschrieben. Es heißt „Der vergessene Holocaust“.

Geboren 1937 in Den Haag überlebte Zoni Weisz als Einziger aus seiner Familie die Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Während seine Eltern und seine drei Geschwister im Mai 1944 in das „Zigeunerlager“ Auschwitz-Birkenau deportiert wurden, gelang Zoni Weisz mithilfe eines niederländischen Polizeibeamten in letzter Minute die Flucht. Versteckt in Wäldern, bei Bauern und schließlich bei seinen Großeltern überstand er das Kriegsende.

Nach 1945 wurde Zoni Weisz ein erfolgreicher Florist und Repräsentant der niederländischen Blumenindustrie. Erst in den 1990er Jahren begann er, öffentlich über seine Geschichte zu sprechen. Die niederländische Königin Beatrix ernannte ihn aufgrund seiner Verdienste zum Offizier des Ordens von Oranien-Nassau.

Der heute 81-Jährige Zoni Weisz hielt am 27. Januar 2011, dem Holocaust-Gedenktag, als erster Repräsentant der Sinti und Roma eine Ansprache im Deutschen Bundestag. Diese Rede war für die Minderheit der Sinti und Roma ein Moment von geschichtlicher Bedeutung. Auch bei der Einweihung des nationalen Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas in Berlin am 24. Oktober 2012 sprach Zoni Weisz als Überlebender im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck. Er war ebenso der erste Vertreter der Sinti und Roma, der am 27. Januar 2016 zur Gedenkveranstaltung der Vereinten Nationen in New York als Redner geladen wurde.

Zoni Weisz im Gespräch mit Michael Köhler im Deutschlandfunk

titulny wobraz: Der Holocaust-Überlebende Zoni Weisz hat 2011 vor der UN in New York gesprochen (dpa / Justin Lane)

Das Buch von Zoni Weisz: „Der vergessene Holocaust“. (c) dtv
Zurück zur Übersicht

Moin!

Wutrobnje witajće!

Hjertlig velkommen!

Latscho Diewes!

Hartlik wäljkiimen!

Witajśo k nam!

Herzlich Willkommen!

Welcome!