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Beauftragter Fabritius zu Gesprächen im sorbischen Siedlungsgebiet in Cottbus/Chóśebuz und Dissen/Dešno

08.07.2021

Der Bundesbeauftragte für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Prof. Dr. Bernd Fabritius, MdB, hat das Siedlungsgebiet des sorbischen Volkes in der Lausitz besucht. Zu Beginn seiner eintägigen Reise stand ein Gespräch mit Vertretern des Bundes Lausitzer Sorben e.V., Domowina, im Sorbischen Haus in Cottbus. Teilnehmer des Gesprächs waren u.a. der Vorsitzende der Domowina, Dawid Statnik, der Vorsitzende des Domowina-Regionalverbandes Niederlausitz Dr. Pětš Šurman und der stellvertretende Geschäftsführer der Domowina Marcus Końcaŕ. 

Zu Beginn gratulierte der Beauftragte den beiden Vorsitzenden zu deren Wahlen: Herr Statnik als Vorsitzender des Dachverbandes und Herr Dr. Šurman als Vorsitzender des Regionalverbandes Niederlausitz. 

Die Vertreter der Sorben dankten dem Bundesbeauftragten für seine erfolgreiche Minderheitenarbeit, insbesondere für das neue Finanzierungsabkommen für die Stiftung für das sorbische Volk und die Beachtung der sorbischen/wendischen Belange beim Strukturstärkungsgesetz: "Der Bundesbeauftragte ist für uns ein stetiger Partner, der eine hohe Sensibilität für unsere Belange hat. An den Erfolgen der vergangenen Jahre hat er einen erheblichen Anteil. Für uns ist wichtig, dass auch nach der Bundestagswahl ein verlässlicher und durchsetzungsstarker Partner auf Regierungsseite gesetzt ist. Nur so können die Belange der vier autochthonen Minderheiten auch zukünftig gestärkt werden", so der Vorsitzende der Domowina, Dawid Statnik. 

Dr. Šurman stellte die Arbeit der Domowina in der Niederlausitz vor. Dabei hob er hervor, dass zukünftig die Arbeit mit Jugendlichen im Mittelpunkt stehen soll. Unzufriedenheit herrsche bezüglich der derzeitigen Situation im Bildungswesen. Hier möchte die Domowina verstärkt tätig werden und bessere Sprachbedingungen schaffen. In diesem Zusammenhang hob Fabritius hervor, dass er aus eigener Erfahrung die Wichtigkeit der Jugendarbeit für die Verbände sehe. Dabei gehe es nicht nur um die Frage der Einbeziehung sondern um die Aufgabe, zukünftige Akteure aktiv in die politische Arbeit der Verbände einzubinden. Statnik erinnerte an die Bemühungen des Minderheitenrates und auch die jüngste Beteiligung von Jugendvertretern an den jeweiligen Ausschüssen der Minderheiten. Dieses Vorgehen wurde von allen Beteiligten befürwortet. 

Ein weiteres Thema des Gesprächs war der Strukturwandel. Für Brandenburg wurden im Rahmen des Strukturwandels sechs konkrete Projekte angemeldet, in Sachsen wird eine Fondslösung angestrebt, aus der konkrete Projekte finanziert werden sollen. Die Domowina möchte diesen Prozess gemeinsam mit der Stiftung für das sorbische Volk, dem Bund und den beiden Landesregierung aktiv begleiten. 

Im Anschluss besuchte der Beauftragte das Wendische Museum Cottbus/Serbski muzej Chóśebuz, das seit Herbst 2020 eine neue Dauerausstellung zur Kulturgeschichte der Sorben in der Niederlausitz präsentiert. Fabritius: "Mich hat der Museumsrundgang sehr beeindruckt. Wertvolle und spannende Ausstellungsstücke verbunden mit verschiedenen medialen Angeboten vermitteln vielschichtige Einblicke in das sorbische Leben in Vergangenheit und Gegenwart, vor allem zu Sprache und Literatur, Glaube und Brauchtum, aber auch zur Bedrohung und Verlust von Heimat und Identität."

Am Nachmittag informierte sich der Bundesbeauftragte im Heimatmuseum Dissen/Domowniski muzej Dešno zu laufenden Projekten wie historischen wendischen Hofnamen oder der Inwertsetzung des immateriellen Kulturerbes im deutsch-slawischen Kontext. Besonders wichtig ist dem Beauftragten das innovative Projekt "Zorja" zur Revitalisierung der niedersorbischen Sprache. Der Bundesbeauftragte betonte die Bedeutung von Spracherhalt und Sprachförderung für die Zukunftsfähigkeit des sorbischen Volkes: "Sprache ist wesentlicher Teil der Identität des sorbischen Volkes; sie zu erhalten und zu fördern ist mir ein zentrales politisches Anliegen als Minderheitenbeauftragter." 

Der Bundebeauftragte wurde u.a. begleitet durch den Abgeordneten Dr. Klaus-Peter Schulze, den Direktkandidaten Cottbus und Spree/Neiße Dr. Markus Niggemann, den Vorsitzenden des sorbischen Dachverbandes Domowina, Dawid Statnik und den stellvertretenden Geschäftsführer der Domowina Marcus Końcaŕ.

(Pressemitteilung des Bundesbeauftragten für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten)

titulny wobraz: Begrüßung des Beauftragten Fabritius im sorbischen Siedlungsgebiet in Chóśebuz/Cottbus und Dešno/Dissen (Quelle: BMI)

Beauftragter Fabritius zusammen mit Vertretern der Sorben/Wenden bei der Besichtigung der Ausstellungsräume zur Kirchengeschichte im Wendischen Museum Cottbus/Chóśebuz (Quelle: BMI)
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