Aktuelles

100 Jahre altes Saterfriesisch wieder zu hören

14.09.2022

Das Frysk Film & Audio Argyf und die Fryske Akademy haben alte Sprachaufnahmen der friesischen Mundarten digitalisiert. Diese wurden in den 1920er Jahren von Professor Theodor Siebs gemacht. 75 der Aufnamen wurden bereits online zur Verfügung gestellt, darunter 10 auf Saterfriesisch.

Das gesammelte Material ist sehr vielfältig: es enthält nicht nur Übersetzungen von Sätzen in verschiedene Mundarten, sondern auch Gespräche, Geschichten und Lieder – darunter eine Aufnahme des Seelter Läid. Nicht nur die heute noch existierenden Mundarten des Nord-, West- und Saterfriesischen wurden aufgenommen, sondern auch die inzwischen ausgestorbene ostfriesische Mundart der Insel Wangerooge.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Aufnahmen digitalisiert wurden, aber durch neue technische Entwicklungen ist heute eine viel bessere Qualität erreicht als bei den vorigen Versuchen.

Die Tonaufnahmen zeigen, wie sich die Aussprache des Friesischen im vergangenen Jahrhundert geändert hat. Beim Saterfriesischen fällt auf, dass das -ou- in Wörter wie Lound vor einem Jahrhundert noch ungefähr wie -oo- oder -uh- gesprochen wurde, während es heutzutage wie -au- (wie in Haus) ausgesprochen wird. Auch das -w- klang anders: während es heutzutage genau so wie im Deutschen gesprochen wurde, wurde es vor hundert Jahren noch wie im Englischen mit zwei Lippen ausgesprochen.

Dass sich das Leben im Saterland geändert hat, spürt man ab und zu sehr deutlich. So fragt ein Saterländer einen anderen, wer sein Essen kocht, da er ja noch nicht verheiratet ist. Die Antwort: seine Schwester.

Eine Übersicht über alle Sprachaufnahmen finden Sie hier.

(Quelle: Pressemitteilung seeltersk.de, 14.09.2022)

(Foto: Sudhith Xavier auf Unsplash)
Zurück zur Übersicht

Titelbild

  • [Translate to Saterfriesisch:]

Moin!

Wutrobnje witajće!

Hjertlig velkommen!

Latscho Diewes!

Hartlik wäljkiimen!

Witajśo k nam!

Herzlich Willkommen!

Welcome!