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Farvel, Majestät: Margrethe II. verlässt Schleswig-Holstein. Vier Tage lang war sie zu Besuch und begeisterte viele Menschen vor Ort.

10.09.2019 - Vier Tage lang war die dänische Monarchin südlich der Grenze in Schleswig-Holstein zu Gast.

Königin Margrethe II. kam am Dienstagvormittag letzter Woche mit der königlichen Jacht „Dannebrog“ in Flensburg an und wurde von zahlreichen Menschen empfangen, darunter Ministerpräsident Daniel Günther und Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange.

Der erste Tag von Margrethe II. in Schleswig-Holstein endete mit einem Dinner auf der königlichen Jacht. Am Mittwoch ging es für die Königin in die Landeshauptstadt Kiel. Dort besuchte sie zunächst den Landtag und traf im Gästehaus auf das Jamaika-Kabinett. Im Anschluss besuchte sie das Geomar Helmholtz-Zentrum. Zum Abschluss des Tages gab es ein Galaessen in der A.P. Møller Skole in Schleswig.
Am Donnerstag enthüllte die Monarchin die Unesco-Plakette am Danewerk, welches seit 2018 zum Weltkulturerbe gehört, und durchschritt das Tor zum Norden der historischen Walllanlage. Mittags stand ein Besuch auf Schloss Gottorf in Schleswig auf dem Programm.
Am Freitag besuchte sie die friesische Volksgruppe in Risum-Lindholm und abschließend in Flensburg die dänische Zentralbibliothek sowie das Flensborghus.

Fast alle Orte hatten einen Bezug zu Dänemark. Besonders dabei im Fokus: Die dänische Minderheit in Südschleswig. Die Königin besuchte beide dänische Gymnasien in Flensburg und Schleswig, die Zentralbücherei und ein Altenheim. Sie besuchte die Mennonitenkirche und das Paludanushus in Friedrichstadt, das heute als Kulturhaus der dänischen Minderheit dient. Sie zeigte damit, dass sie auch alle Dänen in Südschleswig repräsentiert.

Der Sydslesvigsk Forening (SSF), die kulturelle Dachorganisation der Minderheit, zeigte sich mit dem Verlauf überaus zufrieden: “Die dänische Königin hat uns vier Tage ihrer kostbaren Zeit geschenkt. Egal ob Vertreter und Vertreterinnen im Bereich der Bildung, des Gesundheitswesens, der Kirche, Kultur, Politik und Geschichte: Sie hat uns alle bewegt! Dafür sind wir dankbar. Ihr Besuch ist unbezahlbar!”, sagte Jon Hardon Hansen, Vorsitzender des SSF und gleichzeitig Vorsitzender des Minderheitenrates in Deutschland nach dem königlichen Besuch.

Denn mit ihrem Besuch hat Margrethe II. die dänische Minderheit wieder mehr ins öffentliche Bewusstsein gebracht, und das beiderseits der Grenze. Über 130 Journalisten waren akkreditiert, über 40 unterschiedliche Medienanstalten aus Dänemark und Deutschland berichteten über ihren Besuch. “Insbesondere hat sie unsere Jüngsten erreicht und unsere Kinder und Jugend haben wiederum sie mit ihren kulturellen Darbietungen und Redebeiträgen tief bewegt!”

Am letzten Freitag besuchte die dänische Königin auch die Friesen und lauschte friesischen Liedern beim Besuch der dänisch-friesischen Risum-Skole im nordfriesischen Risum-Lindholm. Dort sangen Kindergarten- und Schulkinder friesische Lieder für die Königin. Anschließend informierte sich die Königin über die Geschichte der Friesen (mehr dazu hier).

Zum Abschluss ihres Besuches kam die Königin zum Empfang ins Flensborghus, wo sich Jon Hardon Hansen im Namen der gesamten Minderheit in seinen Abschiedsworten von Herzen bei ihr bedankte. Überall sorgte die Minderheit dafür, dass reichlich Zaungäste Fähnchen schwenkten: Zahlreiche Kindergartenkinder und Klassen der dänischen Schulen nutzten den Anlass für einen Ausflug. Auch zum Abschied hatte die dänische Minderheit wieder viele Busse organisiert, sodass am Hafen in Flensburg am Freitagabend dichtes Gedränge herrschte, als die königliche Jacht ablegte. Über 2.000 Menschen sagten “farvel”.

Margrethe II. kehrt reich beschenkt zurück nach Dänemark: Am Freitag erhielt sie von den dänischen Handballern der SG Flensburg-Handewitt, Lasse Svan, Simon Hald und Anders Zachariassen, Trikots für die Enkelkinder. Im Kieler Geomar Zentrum für Ozeanforschung wurde ihr am Mittwoch eine Manganknolle aus der Tiefsee überreicht. Und im Flensburger Rathaus bekam sie eine silberne Gabel, die Prinz Henrik vor drei Jahren in Flensburg gefertigt hatte. Die dänische Minderheit schenkte ihr zum Abschluss eine vergoldete Nachbildung von Wikingerschmuck, der in Danewerk vor einigen Jahren ausgegraben worden ist und für die Öffentlichkeit noch nicht zugänglich ist (das Original ist aus Kupfer).

Das werden aber nicht die einzigen Erinnerungen bleiben an den bislang längsten offiziellen Besuch der dänischen Monarchin in Schleswig-Holstein - wohl auch nicht bei der Königin selbst.

Laut Jon Hardon Hansen hat die Königin durch ihren Besuch selbst mehrere Geschenke mitgebracht. Zum einen ist das Bewusstsein der Einwohner in Schleswig-Holstein sowie der Landsleute in Dänemark für ihre dänische Minderheit und ihre Sprache und Kultur in Südschleswig gestiegen. Zum anderen wurde das Bekenntnis jedes Einzelnen zum Dänischen, zur dänischen Kultur und Geschichte, gestärkt. Und drittens wurde die Beziehung zwischen dem dänischen Königshaus und der dänischen Minderheit bestätigt und gestärkt: “Die dänische Königin ist Königin aller Dänen, auch der dänischen Minderheit!”

Die Partei der dänischen und friesischen Minderheit, SSW, betonte, es sei "eine Visite, die nicht eindrucksvoller und sympathischer hätte ausfallen können knapp 100 Jahre nach der Volksabstimmung und friedlichen Grenzziehung in Schleswig." Mit ihrem Besuch habe Königin Margrethe II. auf sehr eindrucksvolle Weise unterstrichen, wie gut und vertrauensvoll sich das deutsch-dänische Verhältnis entwickelt habe, und wie fest die Bande zwischen dem Königreich und der dänischen Minderheit auch heute noch seien, sagte SSW-Landeschef Flemming Meyer.

Am Ende ihres Besuchs ergriff die Königin das Wort und bedankte sich selbst "für diese vier ganz besonderen Tage. Ich habe mich auf diese Reise gefreut, aber meine kühnsten Erwartungen wurden übertroffen," sagte sie zum Abschied, "Ihr seid wahrlich nicht vergessen!"

Fotos: SSF; Tim Riediger - Flensborg Avis/Martin Ziemer
Weitere Fotos des Besuchs finden Sie auf unserer Facebook-Seite.

Titelbielde: Die Königin am Danewerk. Sie kam im Wachsmantel, und der Kopf blieb durch einen Schirm des SSF trocken. Foto: SSF

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