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Austausch zu Minderheiten: Sinti, Saterfriesen und Ostfriesen besprachen ihre Wege aus dem Randgruppendasein

29.08.2022

Anlässlich der Ausstellung "Was heißt hier Minderheit?" sprachen Vertreter vom 1. Sinti-Verein Ostfriesland, dem Seelter Buund und Oostfreeske Taal miteinander. Knapp 35 Gäste trafen sich im Forum der Sparkasse LeerWittmund, darunter auch der Leeraner Bürgermeister Claus-Peter Horst sowie der Landtagsabgeordnete Sascha Laaken. "Dieser Austausch war hochinteressant, wichtig und notwendig. Es stimmt tatsächlich, dass wir viel zu wenig voneinander wissen. Besonders aufschlussreich für mich war die Darstellung des 1. Sinti-Vereins", betonte Landschaftspräsident Rico Mecklenburg.

Nach der Begrüßung durch Mirando Wagner, Ehrenvorsitzender vom 1. Sinti-Verein Ostfriesland, berichtete Jörg Lindemann von der Projektarbeit des Vereins. So sei ein Konzept von Bildungsbegleitern erarbeitet und Bildungsbegleiter ausgebildet worden: Ziel sei es, die Bildungschancen der Kinder der Sinti zu verbessern. Dafür wurde eigens ein vom Land Niedersachsen anerkanntes Curriculum entwickelt.

Johanna Evers und Ingeborg Remmers vom Seelter Buund stellten ihre Arbeit an den Schulen vor. Dabei gehe es darum, Saterfriesisch in verschiedenen Kontexten einzubringen. Insbesondere die Entwicklung von geeignetem Material "ap Seeltersk" stehe im Fokus. Karl-Peter Schramm unterstrich, wie wichtig es sei, an die jahrelange und erfolgreiche Arbeit anzuknüpfen und weiterzumachen.

Die Arbeit des Vereins Oostfreeske Taal stellte Hans Freese vor - von der Vergabe des Keerlke-Preises bis hin zur Förderung von verschiedenen Projekten. Beispielshaft nannte er das Online-Wörterbuch www.platt-wb.de und die Sprachlern-App PlattinO der Ostfriesischen Landschaft. "Up Platt dürde man keen Froo anproten as ik jung weer - auf Platt durfte man keine Frau ansprechen, als ich jung war", verriet Freese aus seiner Jugend. Umso wichtiger sei es für ihn gewesen, sich für Plattdeutsch einzusetzen. Oostfreeske Taal habe wertvolle Arbeit geleistet, um das Ansehen von Plattdeutsch zu verbessern. An dieser Stelle müsse man weitermachen.

Als wesentlichen Unterschied stellten die drei Gruppen fest, dass Ost- und Saterfriesen vor allem in Hinblick auf Sprachförderung arbeiten, der 1. Sinti-Verein Ostfriesland in erster Linie sozialpolitisch. Gemeinsam hätten aber alle, dass die Gruppen sich zu Anfang ihrer Arbeit vor allem damit auseinandersetzen mussten, belächelt oder kritisiert zu werden. Nur der offene Dialog könne letztlich aufklären und Vorurteile abbauen. Laut Rico Mecklenburg bestand von allen Seiten Einigkeit, diesen Austausch fortzuführen.

(Quelle: Pressemitteilung Ostfriesische Landschaft, 29.08.2022)

Titelbielde: Von links: Gerhard Cordes vom Friesenrat, Johanna Evers und Karl-Peter Schramm vom Seelter Buund, Mirando Wagner, Ehrenvorsitzender beim 1. Sinti Verein Ostfriesland, Landschaftspräsident Rico Mecklenburg, Hans Freese, 1. Vorsitzender von Oostfreeske Taal und Grietje Kammler, Leiterin des Plattdüütskbüros der Ostfriesischen Landschaft in der Wanderausstellung "Was heißt hier Minderheit?". (Foto: Lilith Mazurek)

Ein Blick in die Runde. Am Rednerpult informiert Jörg Lindemann vom 1. Sinti-Verein Ostfriesland über die Projektarbeit des Vereins. (Foto: Grietje Kammler)
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