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Europarat empfiehlt dringend Saterfriesischunterricht zu verbessern

20.09.2022

Der Europarat ist unzufrieden über den heutigen Stand des Saterfriesischen. Vor allem im Unterricht sind schnell Verbesserungen nötig, um die Sprache zu retten, so ein Expertenausschuss.

Alle drei bis vier Jahre lässt der Europarat von einem Expertenausschuss überprüfen, ob Deutschland seine Versprechungen für die Minderheitensprachen im Land einhält. Dieser besteht aus Juristen, Wissenschaftlern und anderen Experten aus unterschiedlichen Ländern.
Anfang diesen Jahres wurde die Untersuchung wieder durchgeführt. Auch im Saterland haben die Experten sich von mehreren Parteien informieren lassen. Diese Woche haben sie ihren Bericht veröffentlicht.

Der Europarat hat zwei dringende Empfehlungen, die schnellstmöglich realisiert werden müssen (Seite 43 des Berichts):
a. Das Saterfriesischangebot in den Kindergärten soll erheblich ausgebaut werden, in den Schulen soll es vergrößert werden;
b. Saterfriesisch soll in den Funkmedien besser vertreten sein.

Vier weitere Emfehlungen sind:
c. den Gebrauch des Saterfriesischen vor Gericht zu ermöglichen;
d. den Gebrauch von Saterfriesisch in der Verwaltung zu stimulieren;
e. die Verbreitung der saterfriesischen Sprache und Kultur in aller Welt in die Bundeskulturpolitik zu integrieren;
f. eine Organisation zu gründen, die die Verbesserung des Saterfriesischunterrichts beaufsichtigt.

Für das Nordfriesische in Schleswig-Holstein wurden vergleichbare Emfehlungen veröffentlicht.

Die zu ergreifenden Maßnahmen für die Minderheitensprachen stehen in der europäischen Charta für Regional- und Minderheitensprachen. Für jede Sprache wurden von den Bundesländern unterschiedliche Maßnahmen beschlossen, da die Durchführung der Sprachenpolitik in Deutschland Landesaufgabe ist.

Henk Wolf vom Seeltersk-Kontoor teilt die Meinung der Experten. Er betont, dass der Rückgang im Unterricht auf gar keinen Fall Schuld der saterländischen Schulen und Kindergärten ist. Wolf: "Dass der Saterfriesischunterricht sich nicht weiterentwickeln konnte, liegt größtenteils an Corona. Die Schulen und Kitas sind generell positiv, was Saterfriesisch anbetrifft. Ein weiteres Problem ist der Lehrermangel: Es ist einfach schwer Lehrkräfte zu finden, die Saterfriesisch unterrichten können. Wir brauchen dringen mehr Hände und dazu müssen Erzieher*innen, Lehrkräfte und Ehrenamtliche ausgebildet werden. Ich kann und will das koordinieren, brauche dafür jedoch einen unbefristeten Vertrag, mehr Stunden und am liebsten auch ein oder zwei junge Kolleg*innen, die mir helfen können. Es ist einfach eine große Aufgabe, eine Sprache, die so lange vernachlässigt wurde, vor dem Aussterben zu retten."

Der Bericht is online verfügbar. Seite 40-43 handeln über Saterfriesich. Sie finden den Bericht unter:

https://rm.coe.int/min-lang-2022-7-germany-7th-er-en-final-/1680a81359

(Quelle: seeltersk.de, 20.09.2022)

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