Am Donnerstag, den 7. Mai 2026, wurde in der Landesbibliothek Oldenburg die interaktive Wanderausstellung „Was heißt hier Minderheit?“ eröffnet. Im Mittelpunkt des Abends standen Fragen von Identität, Sprache, kultureller Vielfalt und gesellschaftlicher Teilhabe. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Situation und dem Erhalt des Saterfriesischen.
Nach der Begrüßung durch die Direktorin der Landesbibliothek, Corinna Roeder, betonte Heinrich Siefer, Vorsitzender des Bunnsraat för Nedderdüütsch, in seinem Grußwort die Bedeutung der Ausstellung als Spiegel einer pluralen Gesellschaft sowie die Notwendigkeit einer stärkeren Förderung von Minderheitensprachen. Karl-Peter Schramm, Mitglied des Minderheitenrates der vier autochthonen nationalen Minderheiten und Volksgruppen Deutschlands, hob die wichtige Arbeit des Minderheitenrates und den Beitrag der Ausstellung zur Wissensvermittlung hervor.
Im Anschluss folgten mehrere Kurzvorträge. Henk Wolf sprach unter dem Titel „Was will der Friese?“ über die Vielfalt der friesischen Sprachgruppen Nordfriesisch, Ostfriesisch und Saterfriesisch, und machte deutlich, dass es den institutionellen Friesen nicht allein um kulturelle Traditionen wie Grünkohl, Wurst oder Bier gehe, sondern vor allem um den Erhalt ihrer Sprache. Dabei verwies er auf die Bedeutung europäischer Schutzinstrumente wie der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen sowie des Rahmenübereinkommens zum Schutz nationaler Minderheiten.
Anschließend stellten Dr. Heike Eva Schoormann und Janna Sanders vom Institut für Germanistik der Universität Oldenburg ihr aktuelles Forschungsprojekt zum Saterfriesischen vor. Unter dem Titel „Wie bedroht ist das Saterfriesische? Eine Untersuchung im dreisprachigen Saterland“ präsentierten sie erste Einblicke in ihre Studie zu akustischen Indikatoren kognitiver Belastung beim Sprachgebrauch in multilingualen Sprachgemeinschaften.
Anhand erster Interviews verdeutlichten sie die intergenerationale Weitergabe des Saterfriesischen. Insgesamt sollen bis zu 120 saterfriesische Sprecherinnen und Sprecher in die Untersuchung einbezogen werden.
Beim anschließenden Sektempfang nutzten viele Gäste die Gelegenheit, die Ausstellung zu erkunden, miteinander ins Gespräch zu kommen und die angesprochenen Themen weiter zu vertiefen.
Die Ausstellung „Was heißt hier Minderheit?“ ist noch bis zum 27. Juni 2026 in der Landesbibliothek Oldenburg zu sehen und montags bis freitags von 10 bis 19 Uhr sowie samstags von 9 bis 12 Uhr geöffnet; an Sonn- und Feiertagen sowie am 23. Mai bleibt die Ausstellung geschlossen.
Weitere Informationen zur Ausstellung sowie zu den begleitenden Veranstaltungen finden Sie unter: www.washeissthierminderheit.de
Das Minderheitensekretariat bedankt sich herzlich bei allen Beteiligten, Redner*innen und Unterstützer*innen für die engagierte Zusammenarbeit und die gelungene Ausstellungseröffnung in Oldenburg.
(Quelle: Minderheitensekretariat, 07.05.2026)