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„Wir haben die Besten versammelt!“ – Digitales Archiv der Sinti und Roma konstituiert sich in erster Beiratssitzung

06.07.2015 RomArchive, das Digitale Archiv der Sinti und Roma, nimmt mit der Konstituierung seines Beirats am 26. Juni 2015 in Berlin seine Arbeit auf. „RomArchive ist ein Projekt von historischer Dimension“, wie Nicoleta Bitu sagt, die neu gewählte Vorsitzende des Beirats und Direktorin der rumänischen Roma-NGO Romano ButiQ. „Der Beirat begrüßt, dass die Kulturstiftung des Bundes als Förderin von RomArchive die Rahmenbedingungen dafür geschaffen hat, das Prinzip 'Für Roma von Roma' umzusetzen“, sagt Bitu. Dadurch setzt das Projekt hinsichtlich der Selbstpräsentation von Sinti und Roma neue Maßstäbe. Ziel des Projekts sei es, so Bitu weiter, das erste umfassende digitale Archiv für Kunst der Sinti und Roma in Europa zu etablieren, um unseren Anteil an der europäischen Kultur sichtbar zu machen. Zu diesem Zweck soll eine Sammlung internationaler Kunst aller Gattungen entstehen, erweitert um zeitgeschichtliche Dokumente und wissenschaftliche Positionen. Konzeptionell und inhaltlich wird jeder Archivbereich von einem eigenen KuratorInnenteam verantwortet. Der Aufbau des Projekts und die Arbeit der KuratorInnen lassen sich unter #romarchive auf Facebook verfolgen. „Wir sind stolz, einige der besten Künstlerinnen und Künstler der Roma-Community als KuratorInnen für RomArchive versammelt zu haben“, sagt Nicoleta Bitu. „Wir hoffen, dass wir mit RomArchive Stereotypen und Vorurteilen wirksam begegnen können, indem wir einer breiten Öffentlichkeit Wissen digital verfügbar machen“, erklärt Hortensia Völckers, Künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes. „Der hochkarätige Beirat zeugt vom hohen Anspruch und der internationalen kulturpolitischen Dimension des RomArchive. Außerdem sind wir glücklich, dass dem Projekt mit der European Roma Cultural Foundation sowie dem Zentralrat Deutscher Sinti und Roma zwei erfahrene Partner beratend zur Seite stehen.“ Das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma beteiligt sich kuratorisch, unter anderem zur Bürgerrechtsbewegung der Sinti in Deutschland. „Ich bin sehr froh, dass RomArchive es uns ermöglicht, die wichtigen Beiträge unserer Minderheit zur Kultur und Geschichte ihrer jeweiligen Heimatländer bewusst zu machen“, erläutert Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats und des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma, der ebenfalls dem Beirat angehört. „Wir leben in einem demokratischen Europa und das gibt uns die Chance, auf Missstände und zugleich auf unsere lange Geschichte hinzuweisen und sie aufzuarbeiten. Hierzu gehört zum Beispiel die Rolle der ungarischen Roma bei den Aufständen 1848 und mehr noch 1956 oder die Rolle der Roma beim Sturz des Ceauşescu-Regimes in Rumänien – genauso wie die Beiträge zur Musik, sei es zur Klassik oder zum modernen Jazz“, so Rose. Die Kulturstiftung des Bundes stellt 3,75 Millionen Euro für RomArchive zur Verfügung. Auch das Goethe-Institut und die Bundeszentrale für politische Bildung beteiligen sich an der Förderung des Projekts. Die Stiftung Deutsche Kinemathek ist als Kooperationspartner mit der technischen Umsetzung beauftragt. Nach der fünfjährigen Laufzeit übergeben die beiden Projektinitiatorinnen Isabel Raabe und Franziska Sauerbrey das Archiv an eine europäische Roma-Organisation. Der Beirat besteht aus KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen und AktivistInnen sowie aus RepräsentantInnen internationaler Sinti- und Roma-Organisationen aus den Gebieten Kunst, Kultur und Wissenschaft: Gerhard Baumgartner, Historiker, Österreich; Nicoleta Bitu, Romano ButiQ, Rumänien (Vorsitzende); Klaus-Michael Bogdal, Literaturwissenschaftler, Deutschland (Stellvertretender Vorsitzender); Ethel Brooks, Soziologin, USA; Pedro Aguilera Cortés, Politikwissenschaftler, Spanien; Ágnes Daróczi, Aktivistin, Ungarn; Merfin Demir, Amaro Drom – Interkulturelle Jugendselbstorganisation von Roma und Nicht-Roma, Deutschland (Stellvertretender Vorsitzender); Jana Horváthová, Museum für Roma-Kultur, Tschechische Republik; Zeljko Jovanovic, Roma Initiatives Office, Ungarn; Moritz Pankok, Galerie Kai Dikhas, Deutschland; Romani Rose, Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Deutschland; Riccardo M Sahiti, Dirigent, Serbien / Deutschland; Anna Szász, European Roma Cultural Foundation, Ungarn; Zoni Weisz, Aktivist und Holocaust-Überlebender, Niederlande. Quelle: RomArchive, Fotos: © Nihad Nino Pusija Weitere Informationen: #romarchive www.facebook.com/RomanoArchive 
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