Die deutschen Sinti und Roma

Sinti* und Roma* leben seit Jahrhunderten in Europa. In ihren jeweiligen Heimatländern bilden sie historisch gewachsene Minderheiten, die sich selbst Sinti* oder Roma* nennen, wobei Sinti* die in West- und Mitteleuropa beheimateten Angehörigen der Minderheit, Roma* diejenigen ost- und südosteuropäischer Herkunft bezeichnet. Außerhalb des deutschen Sprachraums wird Roma* als Name für die gesamte Minderheit verwendet.

In Deutschland sind Sinti* und Roma* seit 600 Jahren beheimatet. Erstmals wurden sie 1407 in der Bischofsstadt Hildesheim urkundlich erwähnt. Nach Schätzungen leben in Deutschland heute etwa 60.000 deutsche Sinti* und rund 10.000 deutsche Roma*. Neben Deutsch sprechen sie als zweite Muttersprache die Minderheitensprache Romanes. Die deutschen Sinti* und Roma* leben im gesamten Bundesgebiet.

Während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft waren die Sinti* und Roma* Verfolgung und Völkermord ausgesetzt – in Deutschland, den deutsch-besetzten Gebieten und den mit Hitler verbündeten Staaten. Etwa 500.000 Sinti* und Roma* fielen dem Rassenwahn der Nationalsozialisten und dem an ihnen systematisch geplanten Völkermord zum Opfer, ihr kulturelles Erbe wurde zu einem großen Teil zerstört.

Die Angehörigen der deutschen Sinti* und Roma* haben sich zur Vertretung ihrer Interessen und zur Stärkung ihrer Kultur in unterschiedlichen Vereinen organisiert – wie dem Zentralrat der Deutschen Sinti und Roma e.V. oder der Sinti Allianz Deutschland.

> Minderheitenspezifische Regelungen