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Domowina zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit

02.10.2020

Zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit erklärt Dawid Statnik, Vorsitzender der Domowina, des Bundes Lausitzer Sorben:

Vom Schutzobjekt zum freien Akteur – weitere Regionalisierung wird kommen

„Früher wollten wir geschützt sein, heute wollen wir unsere Freiheit gebrauchen. Die friedliche Revolution bedeutete auch für die Domowina eine Umwälzung der Verhältnisse: Wir haben uns von einer zentralistischen zu einer basisdemokratischen Organisation umgewandelt. Die Vielfalt des sorbischen Volkes spiegelt sich in der Verschiedenheit unserer Gruppen, Verbände und Vereine unter einem gemeinsamen Dach wider. Der nächste Schritt wird eine weitere Regionalisierung unserer Strukturen sein, damit wir noch besser den lokalen Bedürfnissen bei der Pflege der sorbischen Sprache und Kultur entsprechen können.

Beim Brückenbauen zwischen den Welten in Europa haben wir noch Reserven

Nicht nur die Mauer innerhalb Deutschlands ist gefallen, sondern auch die Grenzen zwischen uns und anderen Staaten haben sich geöffnet – deshalb haben wir Sorbinnen und Sorben als Brückenbauer zwischen der westlichen und östlichen, der deutschen und slawischen Welt heute Potenziale wir nie zuvor. Ich wünsche mir, dass wir auch in dieser Hinsicht noch mehr mit der Zeit gehen und den Austausch mit unseren Freunden und Partnern aus dem slawischen Ausland als Bestandteil des sorbischen Alltagslebens begreifen.

Größte Aufgabe sorbischer Institutionen sind Sprachräume überall in der Lausitz

Im Zusammenhang mit der Vereinigung von Bundesrepublik und DDR war die Gewährleistung der Existenz sorbischer Institutionen unter neuen Bedingungen jahrelang ein wichtiges Thema. Heute stehen Erhalt und Entwicklung sorbischer Sprachräume in allen Regionen der Lausitz im Mittelpunkt – dieser größten Herausforderung haben die sorbischen Institutionen zu dienen. Ich freue mich, dass unter den Verantwortlichen sorbischer Institutionen und Gremien Konsens darüber besteht, dass wir unsere Tätigkeit und die Fördermittel entsprechend praktisch ausrichten müssen. Das wird die größte Aufgabe der nächsten Jahre.

Gleichgewicht zwischen Nieder- und Oberlausitz bei sorbischer Interessenvertretung

Wir sind uns in der sorbischen Community einig, dass wir unsere Kultur- und Bildungsautonomie zielstrebiger umsetzen wollen. Es ist ein großes Glück, dass der heutige Staat uns dabei konstruktiv begleitet. Ich lade alle Sorbinnen und Sorben ein, in der Gemeinschaft der sorbischen Zivilgesellschaft in unserer Domowina darüber nachzudenken, wie wir am effektivsten zum Wohl des sorbischen Volkes wirksam werden. Dabei steht nach meiner Überzeugung auch die Gleichberechtigung und das Gleichgewicht zwischen Nieder- und Oberlausitz auf der Tagesordnung unserer Verbandsarbeit.“

(Quelle: Pressemitteilung der Domowina vom 2. Oktober 2020)

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