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FUEN-Kongress 2021 - Eine Rückschau

16.09.2021

Vom 09.-12. September fand in Triest/Trieste/Trst (Italien) der diesjährige FUEN (Föderalistische Union Europäischer Nationalitäten)-Kongress statt, an dem auch Vertreter*innen der vier autochthonen nationalen Minderheiten und Volksgruppen Deutschlands teilnahmen. Im Mittelpunkt standen der Austausch über aktuelle minderheitenpolitische Entwicklungen, insbesondere die Zukunft der sprachlichen und kulturellen Diversität Europas, die Bildungssituation im Bereich der Minderheiten sowie die slowenische Minderheit in Italien als Gastgeber der Veranstaltung.

In der autonomen Region Friaul-Julisch-Venetien, deren Hauptstadt Triest/Trst ist, leben etwa 80.000 Slowenen. Sie bilden damit die größte Minderheitengruppe in der Region. Die rund 140 anwesenden Vertreter*innen nationaler Minderheiten begrüßten, dass der Kongress in Präsenz vor Ort stattfinden konnte, wenn auch aufgrund pandemiebedingter Beschränkungen nicht alle Mitgliedsorganisationen vertreten waren.

Neben dem Blick auf die slowenische Minderheit in Italien als Gastgeber des FUEN-Kongresses wurden auch die Perspektiven der Minderheitensprachen in den Bildungssystemen diskutiert, welche ein wichtiger Faktor für das Fortbestehen von Minderheitensprachen sind. Zentrale Herausforderungen für viele Minderheiten in Europa in diesem Bereich sind Personal, Finanzierung und politische Akzeptanz. Im Fokus der Tagung stand auch die Zukunft der autochthonen nationalen und sprachlichen Minderheiten in der Europäischen Union. Die Delegiertenversammlung verabschiedete eine Hauptresolution, in der sie die Konferenz über die Zukunft Europas als eine Möglichkeit der direkten Bürgerbeteiligung begrüßt, jedoch die Enttäuschung über die Ablehnung der Minority SafePack-Initiative seitens der Europäischen Kommission zum Ausdruck bringt. Sie fordert die Konferenz über die Zukunft Europas auf, den Schutz nationaler und sprachlicher Minderheiten und ihrer Kulturen und Sprachen ausdrücklich als eindeutige Zuständigkeit und Verpflichtung in die Verträge der Europäischen Union aufzunehmen. Auch die Einhaltung der Kopenhagener Kriterien soll nicht auf Beitrittsländer beschränkt bleiben, sondern für alle Mitgliedstaaten verpflichtend sein. Ferner fordert die Hauptresolution die Kommission zu einer Reihe von Maßnahmen im Bereich des Minderheitenschutzes auf.

Zum zweiten Mal wurde - nach der Premiere 2019 - der FUEN-Preis für besonderes Engagement im Bereich der nationalen autochthonen Minderheiten vergeben. Fernand de Varennes, UN-Sonderberichterstatter für Minderheitenfragen, der an verschiedenen Universitäten lehrt und als einer der führenden Experten im Bereich der Minderheitenpolitik gilt, durfte sich über die Auszeichnung freuen

Mit der Italienischen Union, die die Italiener in Slowenien und Kroatien vertritt, sowie der Tatarischen Demokratischen Union der Tataren aus Rumänien begrüßte die FUEN zudem zwei neue Mitgliedsorganisationen in ihren Reihen. 

Coverbillede: UN-Sonderberichterstatter für Minderheitenfragen Fernand de Varennes sprach auf dem 21. FUEN-Kongress (Foto: Minderheitensekretariat)

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