Am Mittwoch, den 29. Juli 2026, wurde im Bayerischen Landessozialgericht in München die interaktive Wanderausstellung „Was heißt hier Minderheit?“ eröffnet. Im Mittelpunkt des Abends standen Fragen von Identität, sprachlicher Vielfalt und gesellschaftlicher Teilhabe. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Geschichte und dem sprachlichen Charakter des Niederdeutschen.
Wolfgang Neuerer, Vizepräsident des Bayerischen Landessozialgerichts, begrüßte die Gäste und gab einen Überblick über die rechtlichem Rahmenbedingungen des Minderheitenschutzes in Deutschland. Karl-Peter Schramm, Saterfriese und Mitglied des Minderheitenrates der vier autochthonen nationalen Minderheiten und Volksgruppen Deutschlands, betonte in seinem Grußwort die Notwendigkeit einer stärkeren Förderung von Minderheitensprachen auf Bundes- und Landesebene. Außerdem hob er den besonderen Beitrag hervor, den die Ausstellung zur Wissensvermittlung über die autochthonen Minderheiten und die Sprechergruppe Niederdeutsch leistet. Im Anschluss sprach Janine Siewert, Sprecherin der 2026 gegründeten niederdeutschen Jugendorganisation Nettwark Junge Lüüd.
Es folgte ein Impulsvortrag von Janine Siewert mit dem Titel „Niederdeutsch/Niedersassisch: Geschichtlicher Abriss und heutige Spracharbeit“, in dem die Besucher*innen die linguistischen Besonderheiten des Niederdeutschen kennenlernen und zugleich einen detaillierten Einblick in die Arbeit der Jugendorganisation Nettwark Junge Lüüd gewinnen konnten. Dabei verwies Janine Siewert wiederholt auf die Bedeutung europäischer Schutzinstrumente wie der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen sowie des Rahmenübereinkommens zum Schutz nationaler Minderheiten. Deren Ratifizierung müsse stets auch mit konkreten politischen Maßnahmen einhergehen.
Beim anschließenden Empfang nutzten die Gäste die Gelegenheit, die Ausstellung zu erkunden, miteinander ins Gespräch zu kommen und die angesprochenen Themen weiter zu vertiefen.
Die Ausstellung „Was heißt hier Minderheit?“ ist noch bis zum 11. September 2026 im Bayerischen Landessozialgericht in München zu sehen. Sie ist montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr sowie freitags von 8 bis 12 Uhr geöffnet. An Wochenendenden und Feiertagen bleibt die Ausstellung geschlossen.
Weitere Informationen zur Ausstellung sowie zu den begleitenden Veranstaltungen finden Sie unter: www.washeissthierminderheit.de
(Quelle: Minderheitensekretariat, 30.07.2026)