Foto: Sydslesvigsk Forening
11/11/2025
Gitte Hougaard-Werner bleibt SSF-Vorsitzende. Die Jahreshauptversammlung wählte den Vorstand neu und setzte politische Schwerpunkte.

SSF-Jahreshauptversamlung: Neuer Generalsekretär und Wiederwahl der Vorsitzenden

Am Samstag, den 8. November, hielt der Sydslesvigske Forening (SSF) seine jährliche Jahreshauptversamlung ab – diesmal im Husumhus, wo 154 von 204 möglichen Delegierten erschienen waren.
Die Jahreshauptversamlung ist das oberste politische Organ des SSF – der kulturellen Hauptorganisation der dänischen Minderheit.

Die diesjährige Jahreshauptversamlung war eine kleine Premiere: Zum ersten Mal nahm der neue Generalsekretär des SSF, Lasse Rodewald, in dieser Rolle an der Sitzung teil. Er trat sein Amt am 1. Oktober an und folgte auf Jens A. Christiansen, der nach fast 25 Jahren in den Ruhestand ging.

Auf der Tagesordnung standen unter anderem mehrere Wahlen. Ganz oben auf der Liste: die Wiederwahl der SSF-Vorsitzenden Gitte Hougaard-Werner. Sie steht dem Verband seit 2019 vor und erhielt erneut das Mandat für eine weitere Legislaturperiode.

Neben der Vorsitzenden wurden auch weitere Mitglieder des Vorstands gewählt – der 2. stellvertretende Vorsitzende, der 2. Beisitzer sowie die 1. und 2. Stellvertreterin. Drei dieser Positionen wurden durch Wiederwahl besetzt:
Jørn Fischer als 2. stellvertretender Vorsitzender, Mats Rosenbaum als 2. Beisitzer und Sonja Wulff als 2. Stellvertreterin.

Für den Posten der 1. Stellvertreterin gab es hingegen eine Kampfabstimmung zwischen Elsbeth Ketelsen, Kristina Sukatus und Lill Antonia Magill. Letztere konnte sich durchsetzen und ist nun 1. Stellvertreterin im Geschäftsausschuss.

Darüber hinaus wählten die Delegierten Mitglieder für den Rechnungs- und Revisionsausschuss. Vorsitzender Gert Pickardt wurde wiedergewählt. Neu in das Gremium kamen Michaela Blumenberg und Sven-Olaf Bilinger.

Stabiles Rechnungswesen

Ein fester Tagesordnungspunkt jeder Landestagung ist die Vorstellung und Diskussion des SSF-Jahresabschlusses.
Generalsekretär Lasse Rodewald berichtete, dass der SSF im Jahr 2024 Ausgaben in Höhe von 7.314.886,46 Euro und Einnahmen in Höhe von 7.163.434,81 Euro hatte.
Das bedeutet ein Defizit von 151.451,65 Euro, während ursprünglich ein Defizit von 59.643 Euro eingeplant war.

Rodewald erklärte, dass das höhere Defizit vor allem auf deutliche Preissteigerungen bei Strom- und Heizkosten in den SSF-Immobilien zurückzuführen sei. Dennoch sehe die finanzielle Lage stabil aus – man könne damit rechnen, dass die Energiepreise wieder sinken werden.
Die Delegierten nahmen den Bericht zur Kenntnis.

Zwei Überraschungen

Die Jahreshauptversamlung 2025 war in vielerlei Hinsicht eine klassische Jahreshauptversamlung – und doch gab es zwei Überraschungen.

Die erste war kultureller Art: Als kulturelle Hauptorganisation der Minderheit hatte der SSF Rasmus und Johanna Løhde aus Sønderjylland eingeladen, die für einen kulturellen Beitrag sorgten.

Die zweite Überraschung kam vom Jahrestreffenausschuss. Traditionell wird das Motto der kommenden Jahrestreffen (Årsmøder) vorgestellt. Diese finden 2026 vom 29. bis 31. Mai statt – doch das Motto steht noch nicht fest.
Ausschussvorsitzende Lill Antonia Magill bat daher um etwas Geduld: Man befinde sich noch im Prozess, und das Motto werde erst bei der Sitzung des Hauptvorstands im Januar präsentiert.

Mitgliederzuwachs

Im Rahmen der Landestagung wurde auch die aktuelle Mitgliederstatistik veröffentlicht – mit erfreulichem Ergebnis:
Die Mitgliederzahl ist um 137 Personen gestiegen, von 15.648 (01.01.2024) auf 15.785 (01.01.2025).

Auch in den Jahren 2023, 2022 und 2021 war ein Wachstum zu verzeichnen. Zwar sank die Gesamtzahl 2023 kurzzeitig, weil der SSF im Zuge einer Umstellung der Mitgliedsbeiträge sein Mitgliederregister bereinigte. Netto betrachtet hat der Verband jedoch in den letzten fünf Jahren einen kontinuierlichen Zuwachs, was besonders bemerkenswert ist in einer Zeit, in der viele Vereine mit sinkenden Mitgliederzahlen zu kämpfen haben.

Südschleswig-Preis

Auf der Landestagung wurde auch der Oberst-H.-Parkov-Südschleswig-Preis der Oberst-H.-Parkov-Gedenkstiftung verliehen.
In diesem Jahr ging er an Inge Lindahl-Koitzsch, die auf vielfältige Weise als stille, aber unermüdliche Schafferin gilt.

Inge Lindahl-Koitzsch wurde in Svendborg geboren und wuchs in Dänemark als Tochter einer Lehrerfamilie auf. Sie machte eine Ausbildung zur “Smørrebrødsjomfru” im Holbøl Kro bei Kruså – ein Handwerk, das vielen zugutekam.

Als junge Frau zog sie mit ihrem Freund nach Südschleswig – eigentlich nur für ein Jahr, um Geld zu verdienen. Doch das Leben dort faszinierte beide so sehr, dass aus einem Jahr ein ganzes Leben südlich der Grenze wurde.

Sie hatte zahlreiche berufliche und ehrenamtliche Aufgaben, war unter anderem auf dem Dannevirkegården und im Altenheim Flensburg tätig. Zudem wurde sie zu einer zentralen Figur im SSF Skovby, dessen Vorsitz sie bis 2024 innehatte.
Sie ist in der SSW aktiv und vertritt die Partei im Gemeinderat von Schuby.

Gemeinsam mit ihrem inzwischen verstorbenen Mann Alfred Koitzsch war sie viele Jahre bei den Årsmøder präsent – bekannt für den Verkauf dänischer Hotdogs, eine Tradition, die viele mit ihr verbinden.

Privat ist sie Großmutter eines Enkelkindes und Mutter von drei Töchtern, von denen zwei als Lehrerinnen beim Dansk Skoleforening for Sydslesvig tätig sind.

Was eigentlich nur ein Jahr im Ausland werden sollte, wurde zu einem ganzen Leben des Engagements für die dänische Arbeit in Südschleswig“, sagte SSF-Vorsitzende Gitte Hougaard-Werner abschließend und gratulierte der Preisträgerin im Namen des gesamten SSF.

Die nächste SSF-Landestagung findet am 7. November 2026 statt.

(Quelle: Sydslesvigsk Forening, 08.11.2025)