„In unserer Sammlung bewahren wir nicht nur Dokumente zur Shoah auf, sondern auch zum Völkermord an den Sinti und Roma“, betonte Paul Shapiro, Direktor für Internationale Angelegenheiten am United States Holocaust Memorial Museum in Washington, bei seinem Besuch im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma. Deshalb könne die renommierte Forschungseinrichtung das Heidelberger Museum bei der Erarbeitung einer neuen Dauerausstellung auch sicherlich unterstützen.
Der US-amerikanische Historiker war gemeinsam mit seiner Kollegin Andrea Bertrand, Programm-Managerin für Internationales am United States Holocaust Memorial Museum, in die Bremeneckgasse gekommen, um sich bei Romani Rose, Geschäftsführer des Dokumentationszentrums, über den geplanten Neubau zu informieren und sich über die inhaltliche Neukonzeption der Präsentation auszutauschen.
„Ich habe die Hoffnung, dass wir im Jahr 2027 mit den Arbeiten beginnen können“, zeigte sich Rose zuversichtlich. „Wenn Sie dabei unsere Bestände nutzen möchten, können Sie auf das United States Holocaust Memorial Museum zählen“, sagten die Gäste aus Washington zu. Romani Rose dankte den beiden Historikern für dieses enorm wichtige Angebot sowie den Besuch im Dokumentationszentrum. „Ihr Kommen ehrt uns sehr und ist ein Zeichen der Solidarität in schwierigen Zeiten.“ Denn die historische und gesellschaftliche Verantwortung für den Völkermord an 500.000 Sinti und Roma im NS-besetzten
Europa sei nicht so fest im nationalen Gedächtnis verankert wie der Holocaust an den Juden.
Paul Shapiro und Andrea Bertrand besichtigten auch den umfangreichen Bestand der Bibliothek zur Geschichte und Kultur der Sinti und Roma. Zudem stand ein Besuch der Dauerausstellung zum Völkermord an der Minderheit zwischen 1933 und 1945 auf dem Programm.
„Wir müssen gemeinsam aufpassen, dass angesichts des Erstarkens rechtsextremer Parteien die Verbrechen der Nationalsozialisten nicht vergessen werden“, appellierte Romani Rose. Und Paul Shapiro machte deutlich: „Wir stehen zusammen“.
(Quelle: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, 25.02.2026)
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