Unterzeichnung des Finanzierungsvertrags im Gästehaus des Schleswig-Holsteinischen Landtags am 6.10.2026. Von links nach rechts: Robert Kleih (Ferring Stiftung), Alexander Rosenthal (Projektleiter DigitalHub.SH), Dirk Schrödter (Chef der Staatskanzlei, Digitalisierungsminister), Hauke Heyen (Ferring Stiftung), Gerardo Navarro (B310 Digital GmbH) || Foto: WTSH GmbH
16/10/2026
Die Ferring Stiftung erhält Förderung für die Entwicklung offener Sprachausgabe- Systeme für kleine Sprachen.

Nun spricht auch der Computer bald Friesisch

Alkersum auf Föhr, Oktober 2026 – die Ferring Stiftung auf Föhr hat eine Unterstützung
im Rahmen des Landesprogramms Offene Innovation der Staatskanzlei Schleswig-
Holstein erhalten, um zusammen mit der B310 Digital GmbH aus Kiel ein neues Projekt
umzusetzen: eine Sprachausgabe auf Fering, dem Föhrer Friesisch. „Dabei ist das
eigentlich nur ein kleiner Bestandteil unseres Projekts,“ erläutert Projektkoordinator
Hauke Heyen: „Tatsächlich ist die Text-to-Speech-Ausgabe auf Fering sozusagen nur
unser Anwendungsfall, mit dem wir die größere dahinterstehende Idee testen.“ Denn
das erklärte Ziel des Projekts ist die Bereitstellung eines komplett einsatzbereiten und
dokumentierten Workflows für kleine Sprachen, um ein TTS-System (Text-to-Speech,
also „Text zu Sprache“) zu entwickeln.

„Schon als wir im Frühjahr 2025 unser Online-Übersetzungstool Fering Auersaater
vorgestellt haben, sind andere Sprach-Communities auf uns zugekommen und haben
gefragt: wie habt ihr das gemacht, wir wollen auch so etwas umsetzen. Und das ist
etwas, das wir bei Minderheiten- und Regionalsprachen oft sehen, dass es eine
Bereitschaft zu technischer Weiterentwicklung gibt, aber für die Umsetzung Ressourcen
oder Know-How fehlen,“ führt Heyen aus. Mit dem neuen Projekt solle genau hier
angesetzt werden, um aus Erfahrungen, die die Ferring Stiftung bei der Entwicklung einer
eigenen Lösung sammelt, Erkenntnisse für weitere Sprachgemeinschaften sammeln
und bereitstellen zu können. Am Ende werden sämtliche Ressourcen und
Entwicklungsschritte als Open-Source-Paket zur Verfügung gestellt.
Dazu Robert Kleih, der Leiter der Ferring Stiftung: „Wir freuen uns sehr, dass wir mit
diesem Projekt nicht nur etwas für unsere friesische Sprachgemeinschaft tun können,
sondern auch Grundlagen für die Arbeit anderer Sprachgemeinschaften schaffen
können. Und wir freuen uns auch sehr, dass die Staatskanzlei Schleswig-Holstein diesen
Nutzen ebenfalls sieht und sich durch die Unterstützung im Landesprogramm Offene
Innovation auch für die digitalen Belange und Bedürfnisse der Sprachgemeinschaften
einsetzt.“

Die Vorbereitungen für die Arbeit starten in den nächsten Wochen und die Stiftung
rechnet mit einer Fertigstellung Anfang 2028.

(Quelle: Ferring Stiftung, 16.10.2026)