(Foto: Claudio Schwarz auf Unsplash)
19/10/2023

Keine Haushaltskürzungen bei den nationalen Minderheiten und der niederdeutschen Sprechergruppe

Die bisher geplanten Kürzungen im Haushalt 2024 wurden zurückgenommen, sodass nötige Mittel für die Organisationen der Minderheiten und der Regionalsprache Niederdeutsch weiter zur Verfügung stehen.

Nachdem es lange hieß, dass auch Mittel bei den autochthonen nationalen Minderheiten und der Regionalsprache Niederdeutsch eingespart werden müssen, kam am 18. Oktober 2023 die gute Neuigkeit aus dem Deutschen Bundestag: Die bisher geplanten Kürzungen im Haushalt 2024 des Bundesministeriums des Innern und Heimat (BMI) wurden im Rahmen des parlamentarischen Prozesses zurückgenommen, sodass nötige Mittel für die Organisationen der Minderheiten und der Regionalsprache Niederdeutsch weiter in bisheriger Höhe zur Verfügung stehen.

Auch konnten die geplanten Kürzungen für das Minderheitensekretariat und das Niederdeutschsekretariat abgewendet werden. So wird weiterhin eine nachhaltige politische Arbeit der vier autochthonen nationalen Minderheiten und Volksgruppen Deutschlands sowie der Sprechergruppe Niederdeutsch auf bundespolitischer Ebene möglich sein.

Der Vorsitzende des Minderheitenrates der vier autochthonen nationalen Minderheiten und Volksgruppen Deutschlands, Dawid Statnik, äußert sich hierzu: „Wir freuen uns, dass wir insbesondere im Bereich der Wissensvermittlung unsere bisherigen Bemühungen fortführen können. Die derzeitigen weltpolitischen Geschehnisse zeigen, wie wichtig es ist, politische Bildung zu betreiben. Wir danken den Abgeordneten, die unser Anliegen verstanden haben und uns damit weiter unterstützen.“

Heinrich Siefer, Sprecher des Bunnsraat för Nedderdüütsch, ergänzt zudem: „Damit unterstreicht die Politik die Relevanz unserer Ansinnen und zeigt eine Wertschätzung gegenüber unserer Arbeit. So können wir auch 2024 unsere sprachpolitische Arbeit auf die zentralen Anliegen wie Jugend-, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit fokussieren und diese ausbauen.”

Entsprechende Anträge und Bemühungen wurden fraktionsübergreifend von mehreren Parteien unterstützt, sodass die kulturelle, sprachliche und politische Arbeit zugunsten der fünf Gruppen und deren Schutz und Förderung weiterhin gesichert ist.

Auch die EUROPEADA 2024, die Fußball-Europameisterschaft der Minderheiten Europas, wird nach langem Bangen nun mit die zusätzlichen 250.000 Euro gefördert. Dieses Sport- und Kulturereignis, organisiert von der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen (FUEN), findet im kommenden Jahr im deutsch-dänischen Grenzland statt. Die EUROPEADA 2024 wird von der friesischen Volksgruppe, der dänischen Minderheit, der deutschen Minderheit in Nordschleswig (Dänemark) und den Sinti und Roma als interkulturelles und gruppenübergreifendes Event gemeinsam ausgerichtet.

(Quelle: gemeinsame Pressemitteilung des Minderheitensekretariates und des Niederdeutschsekretariates, 19.10.2023)